MexikoAlles hätten wir vergessen können nur nicht die bestellten Stullen mit Salami und Käse. Leider können wir nicht mehr nach Mexico fahren. Rini wurde am Flughafen als Foodschmuggler registriert. Käse futsch. Die Salamistullen konnten wir aber retten. Was für ein Wiedersehen nach so langer Zeit. Zwei braun gebrannte Weltenbummler standen da bei 30 Grad und strahlten über alle vier Backen und ja, wir konnten die wichtigste Frage positiv beantworten. Wir hatten die Hälfte der „Heimatverpflegung“ gerettet. So unterscheidet sich unser Gastbeitrag anfänglich nicht von den vielen anderen der zwei. Es dreht sich ums Essen.
Nach einem Touribegrüßungsfoto schnallten wir unsere 12 KG schweren Rucksäcke auf den Rücken und ab ging es, nach einem für uns recht langen Fußmarsch, mit dem Mietwagen ins Dschungelcamp. Als Reisegruppe „Betreutes Reisen“ wurden wir von Tina und Steffen verwöhnt und traumhaft sicher durch Mexico geführt. Achtmal umziehen, von schlafen unter fast freiem Himmel mit Gemeinschaftstoilette und –dusche bis zum Luxuszimmer mit Whirlpool war alles dabei. Man kann es fast nicht glauben, aber 2500 zurückgelegte KM haben zu totaler Tiefenentspannung geführt. Gefühlt waren wir ein viertel Jahr nicht zu hause. Unsere beiden Kinder haben uns Erlebnisse beschert die wir als stino Touristen nie gehabt hätten. Der Schildkrötenstrand, die blaue Lagune in Bacalar, die Tempelanlagen von Ek Balam, menschenleere Strände und nicht zuletzt die traumhafte, verschlafene Insel Holbox (hier war sogar das Streetviewauto von google unterwegs). Auch die Insidertips in den Gemeinschaftsküchen der Hostels waren unbezahlbar. Wir haben Flamingos in freier Wildbahn beobachtet, waren allein in einem kleinen Mayatempel oder konnten mit Wasserschildkröten in einer wunderschönen Cenote schnorcheln. Wir haben mal jarnischt gemacht und hatten Tage mit viel Action. Wir wurden von Tina und Steffen bekocht und haben die leckere mexikanische Küche genossen. Tina hat mit Leguanen gekämpft und Steffens Huharatschis haben immer wieder zu Nachfragen geführt. Ich habe keinen Sonnenbrand bekommen und Rini hat die zwei in der Körperfarbe überholt. Immer wieder sitzen wir jetzt zu Hause und schauen uns die Bilder an. Wir können es kaum glauben was wir alles erlebt haben und wollen zurück. Es war schön für uns, das wir für kurze Zeit den Traum der beiden mit träumen konnten. Unser Entschluss steht fest. Wir werden unseren Rucksack wieder packen. Die Art zu reisen kann kein Reisebüro bieten.

 

San Cristobal de las CasasAm Busbahnhof von Cancun trennten sich unsere Wege. Marina und Norbi fuhren mit dem Bus zum Flughafen und wir entschieden uns spontan, eine 18-stündige Busfahrt nach San Cristóbal im Süden von Mexiko anzutreten, bevor es weiter nach Guatemala ging. San Cristóbal ist eine wunderschöne Kolonialstadt und liegt in einem traumhaften Hochlandtal auf 2100 m. Aus den 18 Stunden Busfahrt wurden dann 23 Stunden. Die längste Busfahrt unseres Lebens. Tatsächlich verging die Zeit aber schnell, die Sitze waren sehr bequem und der Ausblick versüßte die Fahrt. Wir kamen also recht entspannt in San Cristóbal an und fanden in einem bunten Hostel eine schöne Bleibe. Das Frühstück in dem Hostel war einfach lecker und für 10 € p. P. auch endlich mal wieder ein angemessener Backpackerpreis. Die Tage vergingen und wir hatten wie immer, jede Menge zu tun. Es machte Spaß, die Pflasterstraßen und Märkte der Stadt zu erkunden und das einzigartige Ambiente in sich aufzusagen. Auch die Temperaturen von 24 Grad waren eine angenehme Abwechslung nachdem wir nun schon seit Monaten die 30 Grad Marke nicht mehr unterschritten hatten. Abends wurde es mit 14 Grad sogar richtig "kalt" :-) In einem einfachen, kleinen, liebevollen Lokal probierten wir die Spezialität des Hauses. Die mexikanischen Suppen waren so gut, dass wir jeden Tag dort essen gingen und uns quasi durch die ganze Speisekarte testeten. Tatsächlich fühlten wir uns so Wohl in San Cristóbal, dass wir erst nach 5 Nächten unsere Rucksäcke packten. Wir hatten uns Tickets für einen Van gekauft, der uns über die Grenze nach Antigua in Guatemala bringen sollte. Kein preiswertes Vergnügen, dafür aber direkt und eigentlich recht schnell. Schnell hieß letztendlich 12 Stunden Fahrt. Der Van sollte uns morgens um 5 Uhr abholen. Da bis um 5.30 Uhr noch immer kein Van in Sicht war, öffnete Tina das Tor zum Hostel, um es von der Zimmerterrasse zu sehen. Auf einmal kam ein Mann herein, der ihr komisch vor kam, da er direkt in den Dorm huschte. Steffen stellte sich daraufhin an das Tor und ein paar Minuten später kam die Gestalt wieder aus Dorm. Unter seiner Jacke hatte er etwas und Steffen gab dem betrunkenen Mann zu verstehen, dass er zeigen sollte, was er da hatte. Dieser holte auch ohne großes Zögern ein paar Turnschuhe hervor und Steffen ließ ihn gehen. Nach ein paar weiteren Minuten kam ein Mädchen weinend und völlig verängstig aus dem Zimmer. Der Mann hatte sich auf ihr Bett gesetzt, scheinbar nach Wertgegenständen gesucht, dabei aber das Mädchen angefasst. Wir hörten ihr zu, sie beruhigte sich langsam und wir erzählten was passiert ist. Tina war echt fertig, weil sie ja das Tor geöffnet hatte. Dem Mädchen ging es nach einiger Zeit wieder besser und wir waren froh, dass die Situation dann doch noch recht gut ausging. Um 7.30 Uhr kam dann auch endlich der Van.

 

Isla HolboxAuf zu unser letzten Station, auf nach Holbox, eine wie wir gehört hatten, wunderschöne Insel nur etwa 150 km entfernt von Cancún. Auf Isla Mujeres gibt es keine öffentliche Busse, also bestellten wir uns ein Taxi und ließen uns zum Hafen bringen. Rauf auf die Fähre nach Cancún und nach einer weiteren Taxifahrt waren wir auch schon am Busbahnhof, von wo aus der Bus nach Holbox abfuhr. Wir alle sehnten uns bei Temperaturen um die 30 Grad unseren Mietwagen zurück, doch die Zeiten des Luxus waren vorbei. Nein so schlimm war es nicht, die Busse in Mexiko sind recht komfortabel und auch so war die Fahrt von Isla Mujeres nach Isla Holbox, die Fahrt auf unserer gesamten bisherigen Reise, die am besten klappte. Keine Wartezeit, kein verpasster Bus, direkte Überfahrt nach Isla Holbox und Erreichen unseres Hostels in 5 min. So hatten wir, nachdem wir 17 Uhr angekommen sind, noch genug Zeit uns einen Supermarkt zu suchen, für den Abend einzukaufen und bei einem kühlen Bier die letzten Tage einzuleiten, bevor Norbi und Marina uns wieder verlassen mussten. Unser Aufenthalt auf Holbox stand also ganz im Zeichen des süßen Nichts tun! So war die drei stündige Fahrradtour am nächsten Tag auch das aktivste, was wir machen sollten. Erst ging es zum westlichsten Zipfel der Insel, vorbei am Café del Mar, um dann wieder Richtung Osten zu fahren, bis uns eine Flussmündung stoppte. Das alles auf Sandstraßen, denn etwas anderen gibt es nicht auf der Insel. Das Hauptverkehrsmittel ist das Golfcar und das Fahrrad. Uns vieren erging es wohl allen gleich. Direkt nach der Ankunft haben wir uns in diese Insel verliebt. Das Wasser ist zwar nicht so kristallklar und blau wie in Cancún oder Tulum, dafür leuchtet es in allen erdenklichen Grundtönen. Die Häuser und Hotels sind buntbemalt oder schlicht in weiß gehalten, mit viel Holz dazwischen. Das alleine strahlt schon Ruhe und Gelassenheit aus, dass man spätestens nach einem Tag, selbst zum Ruhepol wird und zusammen mit allen anderen Reisenden und Einwohnern im Einklang mit der Musik der Bars und der Musik des Meeres durch die Tage gleitet, ohne auch nur im geringsten in Unruhe oder Stress zu verfallen. Unserem allmorgendlichen ausgedehnten Frühstück mit Ei, Guacamole, Käse, Wurst, Tomaten, Gurke und Toast folgte jedesmal der Gang zum Strand, wo wir unterm Sonnenschirm die Zeit mit Kniffel spielen, lesen, Cerveza trinken oder essen vertrieben und ab und zu vor der Hitze im Wasser Schutz suchten. Wenn wir schon nicht selbst aktiv waren, so haben wir doch wenigstens den aktiven Pelikanen beim Fischen zugesehen. Wie sie über dem Wasser kreisten, um dann im Sturzflug sich den Fisch zu schnappen, den sie sich ausgespäht hatten. Ein herrlich süßes Leben unter mexikanischer Sonne, welches wir noch einige Tage länger ausgehalten hätten. Doch jeder Urlaub geht einmal zu Ende. Für die einen heißt es Abschied nehmen und ab zurück nach Deutschland arbeiten, für die anderen heißt es Abschied nehmen und weiter nach Guatemala zum spanisch Lernen.
Es war eine geile Zeit mit Marina und Norbi in Mexiko. Durch die Reiselust der Mexikaner zu Ostern, etwas anstrengender als gedacht und das nächste Mal definitiv zu einer anderen Zeit, aber wir würden es immer wieder machen! Danke an Euch beide für die schöne Zeit. Bis bald in Deutschland!

 

Isla Mujeres

Donnerstag, 31 März 2016 by
Isla MujeresNun war es soweit, 12 Tage Luxusbackpacking waren vorbei. Um 13 Uhr mussten wir von unserem liebgewonnenem Mietwagen in Cancún Abschied nehmen. Vorher stand aber der Besuch des Hardrock Café Cancún auf dem Programm. Gleich am Beginn der Hotelzone in einem Einkaufszentrum gelegen, ließen wir Norbi und Marina raus und suchten einen Parkplatz. Die Hotelzone mit den riesigen Hotelkomplexen, den Einkaufszentren, Bars und Restaurants war so gar nicht nach unserem Geschmack. Wir waren froh, hier nur kurze Zeit verbringen zu müssen. Worüber es aber bestimmt keine zwei Meinungen gibt sind die Strände und das Wasser. Strahlend weißer feiner Sand dazu hellblau- und türkisfarbenes Wasser. Ein wahrer Traum, nur eben am falschen Ort :-). Norbi und Marina hatten alle Souvenirs gekauft und so ging es nun zur Autovermietung. Die Rückgabe ging schnell und problemlos und so machten wir uns nach einem leckeren Mittagessen (wieder auf unserem Marktplatz) auf den Weg zum Hafen, von wo aus die Fähre zur Isla Mujeres ablegte. Diese kleine Insel, genau vor Cancún gelegen, gilt als heißer Tipp zum Schnorcheln und Tauchen. Wir mieteten uns in einem schönen Resort im Süden der Insel ein, mit Pool und eigenem Whirpool im Zimmer. Eigentlich zu teuer für uns, aber es Stand nichts anderes zur Auswahl. Natürlich probierten Tina und Steffen den Whirpool aus. Nur hätte man ihnen mal jemand sagen sollen, dass man kein Duschbad oder ähnliches ins Wasser macht, wenn man die Whirpoolfunktion auch benutzen will :-). Wir feierten also unsere private Schaumparty!
Auf Isla Mujeres angekommen erwartete uns Hektik, Trubel, Verkehr und viele Menschen, so dass wir froh waren, im ruhigeren Süden der Insel zu wohnen. Zwar weit weg von den schönen großen Stränden im Norden, dafür aber dichter zum Schnorchelspot. Viel Zeit hatten wir nicht auf der Insel, doch es war ausreichend. Am Tag unserer Ankunft haben wir nicht viel gemacht. Im nahegelegenen Supermarkt holten wir uns ein bisschen Getränkeverpflegung für den Abend und ließen uns von einer Pizzeria, an der wir vorbeikamen, zwei Pizzen zum Abendbrot liefern. Ein paar Bier und Vodka später vielen wir in unsere super bequemen Betten. Unseren einzigen kompletten Tag auf Isla Mujeres verbrachten wir am Strand mit Schnorcheln, extrem brutzeln und Corona trinken. Vielleicht gibt es schöne Schnorchelplätze auf der Insel, die man mit dem Boot erreichen kann, wir waren jedenfalls enttäuscht. Keine Korallen, nur Sand und Seegras, dazu ein paar Fische das war es. Wenigstens waren die Fische zum Teil groß und nicht sehr scheu, doch alles in allem sehr enttäuschend. So waren wir auch nicht allzu traurig am nächsten Tag wieder fahren zu müssen.

 

Valladolid

Dienstag, 29 März 2016 by
ValladolidNach den entspannten Tagen in Chuburnà fuhren wir am Tag der Abreise noch einmal nach Merida. Marina und Tina wollten noch etwas shoppen und waren tatsächlich erfolgreich. Mehr als ein paar Geschäfte haben wir uns aber nicht angesehen, sondern fuhren direkt weiter zu unserem nächsten Ziel, Valladolid. Eine Stadt, die zum Weltkulturerbe gehört. Hier bezogen wir, direkt am Markplatz, unsere Zimmer in einem schönem Hotel mit Pool. Unsere Zimmer waren leider nicht zum Innenhof oder auf den Platz gerichtet. Der Ausblick war zur einen Seite auf den Flur des Hotels und zu anderen zu einem Schacht mit wahnsinnig lauten Klimaanlagen gerichtet. Aber wir waren ja nur zum schlafen da. Am Abend aßen wir köstliche mexikanische Spezialitäten in einem Restaurant, direkt neben der großen Stadtkirche. Ein sehr schönes Plätzchen mit tollem Essen und schöner Musik, auch wenn es die teuerste Rechnung unserer Reise war. Nach Valladolid sind wir nicht nur gefahren, um uns die wunderschönen bunten Häuser anzusehen, sondern um die Mayaruinen von Ek Balam zu besichtigen, und um die Cenoten der Umgebung zu erkunden. Wir standen also wieder früh auf, genossen das gute Hotelfrühstück und fuhren nach Ek Balam. Eine sehr gute Alternative zu den berühmten Mayaruinen von Chichén Itzá, die viel zu überlaufen sind. Wir waren mit eine der ersten in der Anlage, die mitten im flachen Dschungel von Yucatán liegt. Das tollste an der Anlage ist, dass die ca. 30 m hohe Pyramide bestiegen werden kann. Etwas außer Puste, erreichten wir nach ca. 100 Treppenstufen die Spitze und genossen den tollen 360 Grad Blick in die Umgebung. Nach ca. zwei Stunden hatten wir alles gesehen, waren total verschwitzt und wollten nur baden. Unser Cenotenhopping begann. Die erste Cenote lag direkt neben den Mayaruinen von Ek Balam. Ein großes Wasserloch mitten im Dschungel. Steffen konnte sich natürlich nicht nehmen lassen, aus ca. 8 m von einer Treppe ins Wasser zu springen, aber auch wir drei hatten unseren Spaß und plantschen vergnügt im Wasser. Danach fuhren wir zu zwei Cenoten, die unter der Erde liegen. Auch diese waren spektakulär, nur leider waren einfach zu viele Menschen dort. Es war nicht nur Ostern, sondern auch Wochenende. Die letzte Cenote, die wir besuchten war in Valladolid. Auch sehr sehenswert, aber an die Grand Cenote von Tulum, kam keine heran. So richtig Lust auf baden hatten wir nicht mehr und so setzten wir uns in das dazugehörige Restaurant und tranken ein kühles Bier. Am Abend gab es wieder leckeres Essen im Restaurant. Sehr ansehnlich zubereitet und sehr schmackhaft. Marina, Steffen und Norbi schlenderten noch eine Weile durch Valladolid (Tina war schon müde ins Hotel gegangen) und lauschten dem wilden Treiben der kleinen schönen mexikanischen Stadt.

 

Chuburna

Sonntag, 27 März 2016 by
ChuburnaUnd schon wieder Sachen packen und auf Richtung Progreso. Wir freuten uns alle, auf ein paar Tage Entspannung an einem Ort. Auf der Fahrt dorthin traute Tina ihren Augen nicht. Das Haus sollte auf einmal weit aus mehr kosten, als im Internet angegeben und das wollten wir nicht hinnehmen. Wir waren also wieder zimmerlos. Was nun? Ok, wir fuhren erstmal bis Merida (eine schöne alte Kolonialstadt) und setzten uns in ein Restaurant auf einem großen Platz. Dort aßen wir leckere Caldo de Limon und checkten im Internet, was Progreso und Umgebung für Zimmeroptionen zu bieten hatte. Wir fanden noch ein freies Hostel, aber buchten erstmal nur eine Nacht (gut so). Das Haus sah von außen wirklich schön aus. Eine riesige große alte weiße Villa. Das Innere war allerdings eine Baustelle und alles wirkte sehr provisorisch. Unsere Zimmer an sich waren recht in Ordnung nur hatten sie kein fließend Wasser. Mitten auf dem langen Flur der Villa, stand ein Tisch mit Klappstühlen, an dem sich die Traveler trafen. Es gab eine Küche, in der Tina und Marina am Abend was leckeres zu essen zauberten während die Männer im Internet nach einer bleibe für die nächsten Tage suchten, denn Progreso Stadt gefiel uns nicht so gut. Die kleine Hafenstadt war voll mit Touristen, es gab eine recht pompöse Strandpromenade, viele Restaurants, aber das war nicht das, was wir suchten.. Endlich, am nächsten Morgen die rettende Email. Dass Haus in Chuburná, was wir am Vorabend angefragt hatten, war verfügbar. Freude!
Wir fuhren nach dem Frühstück, das Beste am ganzen Hostel, noch kurz zum Strand in Progreso (in der einen Stunde Wartezeit wurden wir bestimmt 10 Mal angesprochen, ob wir nicht was kaufen wollen) und trafen uns gegen 1 Uhr mit unserem Vermieter. Via Autokolone fuhren wir zu seinem Anwesen. Ein schönes Haus, mit zwei Schlaf- und Badezimmer, Küche mit Wohnbereich, einer großen Terrasse und eigenem Strandzugang. Wir waren alle total glücklich über unsere Wahl und freuten uns auf 4 Tage voller Entspannung! Nach dem Hauscheck mussten wir uns natürlich erstmal mit Getränken und Essen versorgen. Wir kauften uns Zutaten für Bauerntopf mit Schweinefilet, Chili con Carne, Pasta mit Spinat und Rinderstreifen in Sahnesoße und Kartoffelpüree mit Gurkensalat und natürlich reichhaltige Frühstücke. In dem Supermarkt wurden wir mit so lauter Musik beschallt, dass zu mindestens Tina froh war, als wir alles im Korb hatten und an der Kasse standen. Dort packte dann eine uralte Mexikanerin unseren Einkauf in den Korb zurück (Plastiktüten wollten wir nicht) und wir gaben ihr dafür ein paar Pesos. Üblich für Mexiko. Die alten Herrschaften stehen in einer Schlange hinter den Kassen und warten auf den Kunden, um den Einkauf zu verpacken. Tja, was sollen wir sagen, wir hatten wundervoll entspannte vier Tage und 5 Nächte. Wir haben viel gegessen und getrunken, viele Runden Kniffel gespielt, uns in der Sonne brutzeln lassen, gelesen und einfach nur "nix gemacht". Obwohl, einen Tagesausflug haben wir unternommen. Ein netter Typ aus dem Hostel in Progreso hatte Steffen eine Route verraten, auf der wir Flamingos in freier Wildbahn sahen, eine kleine Mayaruine besuchten, an einem wunderschönem Kokosnussstrand badeten und uns frisches rosa farbenes Salz aus Salzbecken mitnahmen. Ein toller Tag!

 

Bacalar

Dienstag, 22 März 2016 by
BacalarWir wollten nach Bacalar, einem wunderschönen Lagunensee ganz im Süden von Yucatan. Angekommen, checkte Tina ein Hostel nach dem anderen. Raus aus dem Auto, rein ins Hostel, leider voll, weiter zum nächsten Hostel usw.. Auch im 20 Hostel oder Hotel hatten wir kein Erfolg. So langsam spürten wir, was Reisen über Ostern in Mexiko wirklich bedeutet. Wir hatten schon vor unserer Ankunft in Cancún davon gelesen, dass über Ostern quasi alle Unterkünfte ausgebucht seien. Aber glauben wollten wir das nicht. Eigentlich wollten wir nach der Ankunft von Norbi und Marina erstmal drei Tage auf Isla Mujeres entspannen, aber es gab kein einziges Zimmer unter 100 USD. Und auch die nahe gelegene Insel, Isla Holbox, war komplett ausgebucht. Deshalb entschieden wir uns auch für den Mietwagen und buchten sicherheitshalber schon kurz nach unser Ankunft in Cancún, die vier Nächte auf Isla Holbox zwei Wochen später. Der Mietwagen war wirklich eine gute Idee. Die Vorstellung, mit unseren Rucksäcken die ganzen Hotels abzuklappern, oh je. Letztendlich fanden wir in fast letzter Reihe zu dem See eine Unterkunft. Nicht besonders schön, aber wir waren froh, überhaupt was gefunden zu haben. Wir ließen uns unsere Stimmung aber nicht vermiesen und ließen Marinas Geburtstag bei einem leckeren Essen und Bier in Bacalar ausklingen.
Unser Vorhaben 4 Tage am See zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen hatten wir nun leider begraben müssen. Wir brauchten also schnell einen anderen Plan. Tina war tatsächlich etwas unentspannt (hallo, Schwiegereltern dabei und nix wollte so richtig klappen) und so schmiedete sie mit Steffen am nächsten Morgen einen Plan B für die weitere Reise. Wir buchten uns also ein Haus, in Progreso einer kleinen Stadt am Golf von Mexiko (ca. 7 h Fahrzeit) und noch für 2 Nächte eines der letzten erschwinglichen Zimmer auf der Isla Mujeres.
Nach unserem Frühstück, Guacamole mit Toastbrot, Käse und Schinken auf Tupperdosendeckeln (eine Küche gab es nicht), fuhren wir zu einer großen Cenote und plantschten alle eine Runde. Die Cenote war aber nicht vergleichbar mit der in Tulum, also beschlossen wir nach unserem kurzen Badeaufenthalt, an den Lagunensee zu fahren. Vorher folgten wir einem lohnenswertem Tipp aus unserem Reiseführer und hielten auf der "Autobahn" in einem Restaurant. Es gab sehr leckere Burritos, Tortas, Aracherra, Corona Bier und eine kleine Lektion spanischer Vokabeln. Das Essen war "muy rico". Am See angekommen machten wir es uns auf einer kleinen Wiese gemütlich. Der See leuchtete in den verschiedensten Farben. Von weiß, türkis, blau bis grün war alles dabei. Es gefiel uns und wir verbrachten dort den restlichen Nachmittag. Da unser Mittag so reichlich war, dass wir am Abend keinen Hunger hatten, setzten wir uns einfach in den Stadtpark und beobachten das Treiben in Bacalar. Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Golf von Mexiko.

 

Von Cancun nach Tulum

Sonntag, 20 März 2016 by
Cancún to TulumWir waren bereits ein Tag vor Norbi und Marina in Cancún gelandet. Nach einem kalten Cerveza auf unserer Hostelterrasse wurden wir nach dem Mittag so müde, dass wir bis in die frühen Abendstunden schliefen. Wir hatten ja schließlich eine Reise von einem Ende der Welt zum anderen hinter uns. Unser Hostel lag direkt neben einem großen Platz mit einigen mexikanische Imbissbuden. Wir gönnten uns zum Mittag und zum Abendbrot leckere Tacos mit Hühnchen, Burritos, mexikanisches Gulasch und Suppe mit Garnelen. Das Essen war richtig lecker, günstig und auch bei den Einheimischen sehr beliebt. Zusammen mit der guten musikalischen Begleitung herrschte eine tolle Atmosphäre auf dem Platz.
Was für eine Aufregung und Freude am nächsten Tag am Flughafen in Yucatán. Wir standen bestimmt 1,5 Stunden vor dem Ausgang des Flughafens und warteten mit einem kleinen Zettel in der Hand, auf dem Stand "Norbi und Marina", und fanden uns total lustig. Die Zeit verging und wir hatten tatsächlich Sorge, dass unsere mitgebrachten Mischbrote, belegt mit Käse und Salami, den Weg nicht nach draußen schaffen würden (das Marina und Norbi es schafften, zweifelten wir nicht an). Aber dann endlich, sahen wir die beiden NEWBACKPACKER und die Freude war riesig. Nach unser Begrüßung berichteten Marina und Norbert von der Sicherheitskontrolle. Sie wurden tatsächlich gefilzt und eine Portion Mischbrote (die mit Käse belegten für Tina) landeten in der Tonne. Aber die mit Salami schafften den Weg nach draußen (sehr clever, die Brote auf zwei Rucksäcke zu verteilen:-))! Für die ersten zwei Tage hatten wir eine Unterkunft im Dschungel von Yucatán, ca. 100 km von Cancún, nahe Tulum gebucht. Wir mussten nur noch den Mietwagen, den wir zur Überraschung von Marina und Norbi für 12 Tage gebucht hatten, abholen. Das Prozedere an der Mietwagenstation dauerte bestimmt zwei Stunden und mittlerweile war es schon acht oder neun Uhr abends. Wir hatten nix zu trinken, waren müde, aber total aufgeregt und sehnten uns alle nach einer kühlen Erfrischung. Als Steffen endlich alles geklärt hatte, ging es los. Wir hatten einen großen weißen Volkswagen bekommen, in dessen Kofferraum zu unserem Erstaunen, unser gesamtes Gepäck passte. Keiner wusste, welche Verkehrsregeln es in Mexiko gibt, aber Steffen machte seine Sache als Fahrer super. Unser Abendteuer Mexiko mit Eltern/Schwiegereltern begann oder wie Marina sagen würde: "Betreutes Reisen". Erster Stop war natürlich ein Supermarkt. Der Durst war groß und es mussten ein paar kalte Cervezas her! So erreichten wir dann recht schnell unsere Unterkunft. Empfangen wurden wir von den beiden Hunden des Besitzers. Ein Niederländer, der seit über 17 Jahren in Mexiko lebt. Unsere Hütten waren groß, rundherum mit Fliegengittern verkleidet (irgendwie toll, da wir uns fühlten, als würden wir draußen schlafen), hatten einen kleinen Kühlschrank und eine Terrasse mit Hängematte, Tisch und Stühlen. Und das Beste: wir waren umzingelt von Pflanzen, Palmen und Bäumen und fühlten uns wie im Dschungel. Beim Bier und leckeren Salamistullen planten wir unsere nächsten zwei Tage, tauschten die wichtigsten Neuigkeiten aus und vielen irgendwann nach Mitternacht todmüde ins Bett.
Was für ein tolles Gefühl, aufzuwachen und die Vögel zwitschern, die Grillen zirpen und die Hunde bellen. Jetzt fehlte nur noch ein tolles Frühstück. Also ab ins Dorf einkaufen und dann in der großen offenen Dschungelküche ein tolles Frühstück vorbereiten. Frische Eier, Avocadocreme, Tomate und Gurke, Käse und Schinken und türkisch Kaffee, was will man mehr. Währenddessen packten Marina und Norbi erstmal ihre ganzen Mitbringsel für uns Weltenbummler aus. Sie mussten auch gleich ihre Englischkenntnisse unter Beweis stellen, da unser Vermieter doch recht viel erzählte und uns viele Tipps gab. Das alles in einem bunten Mix aus Englisch, Holländisch und Deutsch. Er gab uns sogar für unseren ersten Strandtag eine große Kühlbox mit. Diese füllten wir mit Eis, Wasser und Bier und fuhren gegen Mittag zum Schildkrötenstrand. Ein schöner, großer, naturbelassener Strand, ohne Bebauung. Hierhin verschlägt es nicht viele Touristen, die meisten bleiben lieber in Cancun in ihren Hotels :-). Wir zahlten einen kleinen Eintritt und wanderten zu der ersten Cenote unseres Lebens. Doch das kleine "Wasserloch" beeindruckte uns nicht sonderlich, so dass wir lieber direkt zum Strand gingen, eine kleine Palme suchten und uns ausbreiteten. Wir mussten alle lachen, als Norbi stolz seinen weißen Körper neben Steffens hielt. Schwarz und Weiß :-)! Der Schildkrötenstrand ist nicht nur für die Schildkröten bekannt, die zum Eier ablegen kommen, sondern auch fürs Schnorcheln. Voller Vorfreude gingen wir vier ins Wasser. Leider gab es nicht viel zu sehen. Keine Korallen, nur ein paar kleinere Fische, nichts buntes und nichts was uns beeindrucken konnte. Unseren Spaß hatten wir trotzdem am Strand. Pünktlich um 17 Uhr wurden wir dann vom Strand entfernt. Ein Wachmann auf seinem Quad gab uns zu verstehen, dass wir jetzt gehen müssen. Schildkröten im Anmarsch! Kein Problem, freuten wir uns doch schon alle auf ein leckeres mexikanisches Essen. Wir setzten uns ins einzige Lokal des Ortes (eine Dorfkneipe), dass uns unser Vermieter empfohlen hatte und bestellten vier Cerveza. Für mehr reichten unsere paar Brocken spanisch leider nicht. Die weitere Bestellung gestaltete sich sehr lustig. Der Kellner erzählte uns was es gab und was es scheinbar nicht gab. Wir verstanden nur "Bahnhof". Währenddessen servierte er uns Ceviche Pescado mit Tacos. Ein frischer Salat mit Fisch, Tomate, Gurke, Zwiebel, Koriander und Limette. Wahnsinnig lecker. Dazu Tacos mit scharfer Soße. Sobald unser Teller leer war, gab es Nachschub. Mit unserer Bestellung kamen wir aber immer noch nicht voran und so bestellten wir dann einfach alle Pollo (Hühnchen). Es war nichts besonderes, aber das Ceviche sollte das leckerste unserer Reise bleiben und den lustigen Restaurantbesuch werden wir wohl auch nie vergessen.
Am nächsten Morgen hieß es dann Sachen packen und auf nach Tulum. Tulum ist weltberühmt für die Mayaruinen direkt am Strand. Täglich kommen tausende Touristen, um sich die Ruinen anzuschauen. Da wir wussten, dass es voll wird, standen wir sehr früh auf. Am Eingang kauften wir unsere Tickets und buchten uns gleich noch einen Schnorchelausflug. Achja, vorher holten wir uns noch Geld am Automaten. Eigentlich nichts besonderes, aber ein paar Tage später stellte Tina fest, dass 700 USD in Panama abgehoben wurden. Die Karte wurde samt Pin kopiert. Die Bank reagierte aber schnell, sperrte die Karte und ersetzt auch das Geld. Auch Marinas Karte wurde versucht zu kopieren, zum Glück blieb es nur beim Versuch! Also Glück im Unglück. Die Ruinen an sich waren nicht sonderlich spektakulär. Quadratische Steine, die übereinander gebaut wurden. Keine großen Gebäude oder Pyramiden. Spektakulär wurden sie erst durch die ganzen riesen Echsen, die sie bewohnten. Überall wo wir hinschauten, saßen diese wundersamen Tiere. Und durch den wahnsinnig tollen Ausblick von der Klippe auf den kleinen Strand, das türkisfarbende Wasser und ein kleines Mayagebäude. Mittlerweile war es voll und heiß geworden und wir wollten nur noch baden. Wir fuhren zum Strand, von wo aus wir ein Boot gebucht hatten, dass uns die Ruinen vom Wasser aus zeigen sollte und wir schnorchel konnten. Der Sand war unfassbar schön weiß und auch die Atmosphäre an dem nicht mehr enden wollenden Strand war friedlich und chillig. Aber auch dieses Schnorchelerlebnis war nicht besonders schön. Am Abend suchten wir uns ein Hostel in Tulum dessen Innenhof einem Dschungel glich und buchten uns das Familienzimmer. Schön groß, mit Klimaanlage und eigenem Badezimmer. Steffen und Norbi kauften ordentlich Getränke ein, denn es gab was zu feiern: Marinas Geburtstag. Erst weit nach Mitternacht endete unsere kleine private Feier. Am Abend gab uns noch eine ältere Texanerin den Tipp, die Grand Cenote in Tulum zu besuchen.
Nach dem Frühstück (Pancakes) fuhren wir also erstmal zur Cenote. Wir waren begeistert! Kristallklares Wasser, noch relativ wenig Menschen und sogar kleine Schildkröten im Wasser. Wir schnorchelten mehrmals in dem kühlen Nass und beobachten die Taucher, wie sie elegant durch die Stalagmiten tauchten. Diese Cenote war wirklich wunderschön und es wirkte völlig surreal, als man den Kopf unter Wasser hielt. Als es gegen Mittag langsam voll wurde, packten wir unsere Sachen und fuhren weiter Richtung Süden.