San Blas IslandDas eine Paradies mussten wir verlassen, aber das war halb so schlimm, denn wir waren auf dem Weg in ein anderes. Vor über 2 Jahren hatte Tina von der Segeltour von Panama nach Kolumbien gelesen, um so von Mittel- nach Südamerika zu kommen. Straßen sucht man zwischen Panama und Kolumbien vergebens, und so ist dies neben dem Flugzeug die einzige Möglichkeit. Es sei denn, man ist "wahnsinnig", läuft mit seinem Rucksack durch den Dschungel und hofft, dass man auf keine Drogenschmuggler trifft. Da wir das nicht sind, nahmen wir etwas Geld in Hand und suchten uns schon Wochen vorher ein tolles altes Segelboot aus, das uns nach Kolumbien bringen sollte.
Von Little Corn Island machten wir uns also auf den Weg nach Panama City und von dort nach Carti. Dieses Dorf war der Ausgangspunkt für unseren Segeltörn über die San Blas Inseln nach Capurganá in Kolumbien. Die San Blas Insel bestehen aus etwa 360 bilderbuchschönen Trauminseln, wenn sie nicht bebaut sind, und sind die Heimat der Kuna-Indianer. Nach einem Aufstand im Jahr 1925 gelang es ihnen, für sich und ihr Archipel politische Autonomie zu erlangen. Sie verfügen über ein eigenes Regierungs-, Beratungs- und Entscheidungssystem, ihre eigenen Wirtschaftsstrukturen und eine eigene Sprache. Außerdem haben sie sich auf das Ausnehmen von Touristen spezialisiert.
Doch bevor es los ging hatten wir noch zwei Tage, um uns Panama City ein wenig anzusehen. Eingeplant war das nicht, aber durch verschiedene Umstände kam es anders. Bei der Einreise nach Costa Rica wollte die Grenzbeamtin ein Ausreiseticket sehen, welches wir natürlich nicht hatten. So mussten wir uns direkt an der Grenze ein teures Busticket nach Panama City kaufen. Da diese Busgesellschaft auch einen Nachtbus anbot, nahmen wir diesen und trafen nach einer 35 stündigen Reise, früher als geplant ohne Aufenthalt in San José, in Panama City ein. Dort freuten wir uns mal wieder in einem großen Supermarkt mit einem reichhaltigen Angebot unser Abendbrot einzukaufen. Es gab wirklich gutes Baguette, richtigen Käse und leckere spanische Chorizo, dazu Salat, Humuspaste, Oliven und eine Flasche Wein. Eine richtige Brotzeit! Mit 28 Dollar ganz schön teuer, aber das war uns in diesem Moment egal. Von der mittelamerikanischen Küche wird man ja nicht gerade verwöhnt.
Den ersten Tag nutzten wir zum shoppen. Tinas Sonnenbrille ist unter mysteriösen Umständen in Nicaragua verschwunden und so musste schnellstens Ersatz her, bevor wir auf Rudy's Segelboot steigen sollten. Ergattert hat sie eine italienische polarisierte Sonnenbrille :-). Am zweiten Tag erkundeten wir die Altstadt, in der auch unser Hostel lag. Panama steckt derzeit viel Geld in die Modernisierung dieses Viertels und schon jetzt ist es wunderschön. Es gibt noch viele alte abrissreife Häuser, zum Teil stehen nur noch die Außenwände, aber zusammen mit den schon renovierten Gebäuden ist es einfach wunderschön, mit viel Charme. Wir haben es aber nur ein paar Stunden draußen ausgehalten. Es war einfach viel zu warm. Bei gefühlten 39 Grad mussten wir uns dann in unser Hostel zurück ziehen und das ein oder andere kühle Bier trinken.
Eines machte uns aber die ganze Zeit Sorgen. Mit Rudy unserem Kapitän waren wir so verblieben, dass wir uns melden, wenn wir in Panama City angekommen sind. Wir sollten ihm schreiben in welchem Hostel wir übernachten, damit er den Transport nach Carti organisieren konnte. Es war nun schon Sonntag Abend und normalerweise sollten wir am Montag um 5 Uhr starten, aber auf keine unserer Mails bekamen wir eine Antwort. Alles auf diesen Termin ausgerichtet, waren wir enttäuscht und verärgert und konnten nicht glauben, dass wir keine Antwort bekamen. Am Ende wendete sich aber alles zum Guten. Montag Morgen um 9 Uhr erreichte uns eine Mail von Rudy. Seine Internetprobleme hatte er lösen können, allerdings war es für den Transport zu spät. Es war nicht ganz einfach, aber mit Hilfe eines wirklich netten Taxifahrers schafften wir es, uns selbst die Fahrt zu organisieren und letztendlich waren wir 17 Uhr auf Rudy's wunderschönem blau weißen Segelboot. Ein echter Traum! Empfangen wurden wir von dem braungebrannten Rudy mit einem Ceviche aus fangfrischem Tunfisch und einem kühlen Bier, was allen Ärger und Stress gleich verschwinden ließ. Auch die folgenden Tage sollte uns Rudy in seiner kleinen Bootsküche die leckersten italienischen Gerichte zaubern. Risotto, Pasta und Kartoffelsalat, mit fangfrischem Fisch, Riesenmuscheln, Krabben oder Languste. Meist selbst gefangen, manchmal aber auch von den lokalen Fischern gekauft. Das Essen war paradiesisch!
Zum los segeln war es schon zu spät, was aber kein Problem war. Wir drei (ja wir waren die einzigen an Board :-) ) hatten uns jede Menge zu erzählen und verstanden uns auf Anhieb super. Rudy segelt seit über 5 Jahren zwischen Panama und Kolumbien hin und her. In seinem vorherigen Leben war er erst Gärtner, baute Orchideen an und verkaufte diese. Nachdem dieses Geschäft nicht mehr rentabel war, wandelte er seine Orchideen Farm in Südtirol in eine ertragreiche biologische Shrimpszucht um. Nach über 10 Jahren harter Arbeit, übernahm sein Sohn das Geschäft und Rudy machte sein Hobby zum "Beruf". Vielleicht wäre es mit zwei, drei anderen Mitseglern noch lustiger oder noch schöner geworden, wer weiß. So aber hatten wir in den nächsten Tagen die kleinen, einsamen Palmeninseln wirklich ganz für uns alleine. Einziger Wermutstropfen: Zum Segeln war einfach nicht genug Wind. So wurde das Hauptsegel nur zur Stabilisierung gesetzt und die täglich rund 4 stündige Fahrt mit Hilfe des Motors zurück gelegt. Unser Ankerplatz am ersten Tag sollte der schönste bleiben. Umgeben von 4 wunderschönen kleinen Inseln, wovon 3 unbewohnt waren, lag unser Schiff in kristallklarem 30 Grad warmen Wasser. Ein Traum und das ganz für uns alleine. Noch vor dem Mittagessen schwammen wir zu einer der Inseln, um zu schnorcheln. Doch vor dem Vergnügen machten wir erstmal unsere Sporteinheit, bestehend aus Liegestütze, Kniebeuge und Sit Ups. Ja, auch als Reisender muss man versuchen fit zu bleiben. Steffen joggte noch ein paar Runden um die Insel und schwärmte dann von seiner bis dato schönsten Laufstrecke in seinem Leben. Bei so einer Umgebung läuft alles wie von selbst :-). Am Nachmittag setzten wir noch mit Rudy's kleinem Beiboot zur bewohnten Insel über, um uns ein paar Kokosnüsse von den Kuna-Indianern zu kaufen. Diese brauchten wir für unseren Coco Loco. Ein karibischer Cocktail bestehend aus Kokoswasser und sehr viel Rum. So verliefen auch die anderen Tage. Nach einer ca. 4 stündigen Fahrt ankerten wir in ruhigem Gewässer in der Nähe einer Insel. Dann gab es tolles Essen, wir gingen schnorchel, besuchten ein Dorf oder eine einsame Insel, tranken Bier und einen leckeren Rum, spielten Kniffel, ließen die Seele in der Hängematte baumeln oder machten einfach mal jarnischt. Und auch während der Fahrten hatten wir Dank der ausgeworfenen Angeln genug Aktion. Nach dem Fang eines kleineren Tunfischs, bissen noch ein ca. 120 cm großer Barrakuda und am letzten Tag noch ein 180 cm großer und ca. 40 kg schwerer Segelfisch an. Für Tina die "alte" Anglerin ein echtes Erlebnis! Die Fische wurden von Rudy sofort fachmännisch zerlegt und landeten so, noch am selben Tag auf unseren Tellern. Frischer kann Fisch wirklich nicht sein :-) !
Nach 4 phantastischen Tagen auf See, erreichten wir gegen Mittag Sapzurro, ein kleines kolumbianischen Dorf, wunderschön in einer kleinen Bucht gelegen, genau an der Grenze zu Panama. Auch hier erwartete uns wieder karibische Gelassenheit und Idylle pur. Bunte Wohnhäuser und mit Blumen gesäumten Wege schmückten das Dorf. Unsere erste Tat nach dem Ankern war der Sprung ins kristallklare türkisfarbene Wasser. Rudy zauberte uns zum Abschluss noch einmal ein leckeres Mittagsessen auf unsere Teller und danach setzten wir mit vollen Mägen zum Festland über. Sapzurro ist winzig, wenige Restaurants reihen sich zusammen mit kleinen Kiosken und ein paar Geschäften an der Wasserfront entlang. Bis auf die kolumbianische Hauptreisezeit zu Ostern und im Juli / August warten sie meistens vergebens auf Touristen. Das liegt sicherlich an der Abgeschiedenheit. Die einzige Möglichkeit diese Region zu erreichen, ist das Schiff oder das Flugzeug, denn Straßen gibt es weit und breit nicht. Und so warteten wir zusammen mit Rudy und kühlen Bieren auf das Wassertaxi, welches uns in die nächste Bucht nach Capurganá bringen sollte. Dort verbrachten wir die nächsten vier Tage. Capurganá ist etwas größer als Sapzurro, es gibt ein paar mehr Restaurants, ein Bäcker, mehrere Kioske, ein paar Geschäfte, die Strandartikel verkaufen und eine Immigration. Einen Ausreisestempel hatten wir uns in Panama nicht geholt, dafür hätte Rudy vor Puerto Obaldia, einem kleinen Ort kurz vor der kolumbianischen Grenze, ankern und wir mindestens vier Stunden warten müssen. Also vertrauten wir auf Rudy's Wort, dass ihn die Leute in Capurganá kennen, und wir auch ohne Ausreise- einen Einreisestempel bekommen. Wir haben etwas geflunkert und der jungen Grenzbeamtin gesagt, dass wir niemand bei der Ausreisestation angetroffen hätten und es funktionierte. Nach kurzer Rückfrage hatten wir unseren Stempel im Pass.
Hausnummern oder Straßennamen sucht man in Capurganá vergeblich, die braucht man bei diesem kleinen Dorf aber auch nicht. Strom gibt es, wenn die Leitungen nicht zusammenbrechen, bis kurz nach Mitternacht. Sapzurro hat uns besser gefallen, aber leider war die einzige Tauchschule weit und breit in Capurganá. Tauchen waren wir am Ende jedoch nicht mehr.
Viel passiert in Capurganá nicht, wir hatten also viel Zeit für Strand und die Hängematte. Was wir nach unserem anstrengenden Segeltörn auch dringend nötig hatten :-). Einen Ausflug unternahmen wir aber noch. Am Morgen unseres letzten Tages brachen wir früh auf, um wieder in Richtung Panama nach La Miel, zum besten Strand der Region, nur zwei Buchten von Capurganá entfernt, zu wandern. Das bedeutete, dass zwei Hügel beziehungsweise eine 2,5 stündige Dschungelwanderung vor uns lagen. Schon am Morgen war es heiß und feucht, und nach den ersten Höhenmetern floss uns der Schweiß in Strömen herunter. Nur ab und zu schaffte es ein laues Lüftchen durch den dichten Dschungel, um uns wenigstens ein bisschen Erfrischung zu bringen. Früher wurde dieser Weg von Drogenschmugglern benutzt, um Drogen von Kolumbien nach Panama zu bringen. Heutzutage ist es aber sicher. Zumindest dieser Teil, denn noch immer wird die Grenzregion zwischen Panama und Kolumbien größtenteils von der FARC kontrolliert.
Auf unser ersten Etappe durch den Dschungel nach Sapzurro begegnete uns "nur" ein grüner Pfeilgiftfrosch. Die Affen und anderen Tiere waren wohl noch beim Schlafen. Leider haben wir auch keine Avocadobäume gefunden, obwohl wir dringend welche für unser nächstes Frühstück brauchten. In Capurganá bekamen wir sie aus unerfindlichen Gründen nicht. Sapzurro ist wahrlich ein verschlafenes Dörfchen, noch ein bisschen gemütlicher und ruhiger, als Capurganá. Die Zeit läuft sehr langsam und die Bewohner sind noch entspannter. Nach einer kurzen Abkühlung im karibischen Meer ging es weiter zu Fuß von Süd- nach Mittelamerika :-). Gleich auf der anderen Hügelseite lag unser Ziel La Miel. Oben auf dem Hügel warteten auf uns eine Reihe von Grenzbeamten, denen wir unsere Pässe reichten. Gleich 5 von ihnen müssen hier im Niemandsland ihre Zeit totschlagen, denn viel ist nicht los. Ab und an kommen ein paar Touristen vorbei, aber das war es schon. Einen Stempel bekamen wir nicht in unseren Pass, dafür aber einen Eintrag im Grenzbuch. Nach ein paar steilen Treppenstufen, erreichten wir das Dorf und den Strand. Der Strand war wunderschön in einer Bucht gelegen, dahinter erhob sich die Hügelkette des Darién, ein dicht bewaldetes, regenreiches Hügelland, welches nirgends die Höhe von 800 m übersteigt. Das Wasser war ein bisschen von den Wellen aufgewühlt und deshalb nicht so klar, aber trotzdem sauber. Überall wuchsen Palmen, welche an keinem Strand fehlen dürfen. Traumhaft! Als wir aber näher kamen, waren wir ein bisschen enttäuscht. Der Strand war durch und durch mit kleinen Plastikteilen verschmutzt, ein große Halle in der sich ein Duty Free Shop befand, verschandelte zusätzlich das Bild. Trotzdem war es ein schöner Abschluss unserer Segeltour.
Die letzten 2 Nächte bevor wir weiter nach Lima flogen gönnten wir uns nochmal ein schönes Hotel. Auch mal schön zwei Tage in einem stink normales Hotelzimmer, mit weißer Bettwäsche, Flachbildfernseher, Regendusche und super Bett, für wenig Geld, zu verbringen. Der Hotelier schaute uns zwar etwas komisch beim einchecken an, weil Steffen Barfuß unterwegs war (die guten Huaraches waren kaputt gegangen), aber er lies uns einchecken. Kolumbien begeisterte uns. Die Menschen, das Essen, das kunterbunte Hostel in dem wir wohnten ... Wir hätten gerne mehr von Kolumbien gesehen, aber wir hatten keine Zeit mehr :-( und wollten nun doch "endlich" etwas Abwechslung in Peru und Bolivien finden!

 

Little Corn IslandOmetepe war ganz nett, aber ziemlich heiß und so freuten wir uns schon riesig auf die Corn Islands, genauer gesagt auf Little Corn Island. Die Corn Islands bestehen aus zwei Inseln, liegen 70 km vor der Küste und sind die größte Touristenattraktion der Karibikseite von Nicaragua. So stand es im Reiseführer geschrieben und auch von anderen Reisenden hatten wir gehört, dass diese Inseln besonders schön sein sollen.
Uns trennten nur noch 400 km oder 48 h Anreise von Little Corn Island. Die meisten Touristen, die die Corn Islands besuchen, reisen mit dem Flugzeug an. Eine Stunde von Managua und schon ist man auf der größeren der beiden Inseln. Wir haben natürlich nicht das Flugzeug genommen. Schließlich ist ja der Weg das Ziel des Reisenden :-).
Zu allererst mussten wir mit der Fähre von Ometepe zum Festland nach San Jorge übersetzen, um mit dem Bus nach Managua zu fahren. Der erste Schock: Der Nachtbus der uns um 21 Uhr nach El Rama bringen sollte war komplett voll. Mit sowas hatten wir nun überhaupt nicht gerechnet. Wenn wir etwas auf unser nun schon 8 monatigen Reise gelernt haben dann das, dass ein Bus nie voll ist! Irgendwie passen die Leute immer rein. Es half alles nichts, uns wollte man kein Ticket mehr verkaufen und unser Spanisch reichte nicht für Diskussionen. Zum Glück gab es um 21 Uhr an einem anderen Terminal noch einen Bus. Da es schon 20:30 Uhr war musste unser Taxifahrer Gas geben.
Wenn man wie wir Zeit hat, ist ein verpasster oder voller Bus normalerweise kein Problem. Man nimmt einfach den nächsten. In diesem Fall wäre es aber ein Problem. Zu den Corn Islands fährt keine Fähre, man muss sich stattdessen ein Platz auf einem Frachtschiff organisieren. Laut unserer Kenntnis fuhr eines am Mittwoch früh und danach erst am Samstag wieder. Es war Dienstag Abend und so drängte die Zeit.
Um 22 Uhr saßen wir dann im Bus, der uns nach El Rama brachte. Jedoch hatten nicht alle Passagiere das Glück, einen Sitzplatz zu haben und so bestätigte sich unsere Erfahrung, dass ein Bus nie voll ist :-). Tatsächlich mussten einige die Nacht im Stehen verbringen. Wir saßen zwar, doch war es für uns die mit Abstand unbequemste Nachtfahrt unserer Reise. Zunächst brachte der Fahrtwind ein wenig Abkühlung, doch als ein Gewitter aufzog und es in Strömen anfing zu regnen, gingen die Fenster zu und der Bus verwandelte sich in eine fahrende Sauna. Zusammen mit den 50 cm Beinfreiheit alles andere als bequem, aber um 3 Uhr morgens erreichten wir unser erstes Etappenziel. Der Rest der Anreise sollte reibungslos verlaufen, wir brauchten nur sehr viel Geduld! In El Rama endet die Straße Richtung Karibikküste und so mussten wir um 6 Uhr auf ein Speedboot steigen, welches uns weiter nach Bluefields brachte. Dort kauften wir uns ein Ticket für den Kahn von Captain D. Nach unserer Information sollte dieser um 10 Uhr ablegen. Es war 12 Uhr, 13 Uhr... und im Endeffekt fuhren wir 16 Uhr los. Und in "nur" 6 h hatten wir dann auch die 70 km nach Great Corn Island geschafft. Nach Little Corn Island, unserem eigentlichem Ziel, fuhren wir am nächsten Morgen mit einem kleinen Boot und waren froh, als wir um 11 Uhr die Insel betreten konnten.
Es war Liebe auf den ersten Blick! Keine Autos, keine Motorräder, keine Elektroautos, keine Flugzeuge, nur ein paar wenige Fahrräder und übergroße Bollerwagen. Alles sehr klein, gemütlich und entspannte Leute, überall. Die Sonne schien und zusammen mit Tobias, den wir schon in Managua am Busbahnhof kennengelernt hatten, machten wir uns auf zur Unterkunftssuche. Wir wollten endlich mal wieder einen einfachen Bungalow direkt am Strand beziehen, so wie wir es in Asien oft gemacht haben. Unser Gepäck ließen wir bei Tobias, der sich in einer netten Backpackerunterkunft einquartiert hatte. Wir wanderten entlang der wunderschönen weißen oder goldgelben Sandstrände und dem kristallklaren türkisblauen Wasser Richtung Norden und fanden in Derek's Place unseren Traumbungalow. Dieser wunderschöne kleine Bungalow mit freien Blick aufs Meer war umgeben von Palmen. Eine kleine Terrasse mit Hängematte schmückte den Eingang, dazu gab es ein großes Fenster neben der Tür, das den Blick auf das Meer frei gab und ein kühle Briese hereinließ. Der Bungalow war mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, hatte ein schönes buntes, helles Bad und ein sehr bequemes Bett. Darüber freut man sich fast am meisten, denn normalerweise sind die Matratzen in den Unterkünften alles andere als gut. Manchmal sind die Federn der Matratze nur noch vom Bettlacken bedeckt oder die Matratze ist so weich, dass wir beide in die Mitte rollen, wo wir uns dann treffen. Das wird eine Freude, wenn wir wieder zurück in Deutschland sind und in unserem Bett schlafen können.
Die Anlage erinnerte uns an das Land der Hobbits, der komplette Boden mit Gras bewachsen, weit verstreut die einzelnen kleinen Bungalows oder Häuser, eine Openair Dusche und und und. Ein Papagei Pärchen streunerte über die Anlage, mal zu Fuß und mal durch die Luft und begrüßte uns und die anderen wenigen Gäste. Auch zum Frühstück bekamen wir des Öfteren Besuch von ihnen. Sie wollten aber nur etwas zum Essen abstauben.
Derek's Place liegt an der Nordspitze der Insel und ist nur über einen kleinen Pfad durch den Dschungel in 20 min zu erreichen. Links und rechts des Weges wuchsen Ananas und große Mangobäume. Leider waren sie noch nicht reif, so dass wir uns welche kaufen mussten. Durch die Abgeschiedenheit dieses Ortes, hatten wir sehr viel Ruhe und den Strand ganz für uns alleine. Viel Zeit, um am Strand rumzuhängen, hatten wir aber nicht. Die Tage im Paradies vergehen sehr schnell, ohne gefühlt viel gemacht zu haben. Die ersten Tage erkundeten wir die Insel und checkten die Einkaufsmöglichkeiten. Wir mussten schnorcheln, den Reiseblog pflegen, zwischendurch auch mal ein Schläfchen machen oder bei einem guten Rum die Würfel rollen lassen. Das alles kostet viel Zeit:-). Nicht zu vergessen die herrlichen Tauchgänge mit unserem Tauchlehrer Danny. Unser erster Tauchgang führte uns zu einem Hai, der es liebt gestreichelt zu werden. Immer wieder schwamm er an uns drei Tauchern vorbei und legte sich unter uns in den Sand, um sich seine Streicheleinheiten abzuholen. Wer wissen will wie sich Haihaut anfühlt, der sollte mal mit der Hand über Schleifpapier mit der Körnung 60 streichen :-). Auch der Tunnel- und Höhlentauchgang mit abschließendem Nachttauchgang war eine neue beeindruckende Erfahrung. Zuerst tauchten wir durch ein System aus Tunneln und ließen uns notgedrungen von den Wellen nach links und rechts an die Tunnelwände treiben (wir waren nur in 7 m Tiefe) und fanden uns schließlich in mehreren kleinen Höhlen wieder. Überall schwammen kleine Fischschwärme durch die Gänge und Höhlen und ab und an tauchte aus dem Dunklen der ein oder andere größere Fisch auf. Nach dem für Steffen ersten Nachttauchgang waren wir alle begeistert. Das Zusammenspiel aus den Lichtstrahlen der Taschenlampen, den Korallen und Unterwasserlebewesen und den überall rot leuchtenden Garnellenaugen, der eingeschränkten Sicht und dem tiefschwarz des Ozeans, erzeugt eine mystische Atmosphäre und grandiose Stimmung, die das Adrenalin in die Höhe treiben. Am Ende wurden die Taschenlampen komplett ausgeschaltet, sich auf den Boden gesetzt und dem Plankton beim leuchten zugesehen. Einmalig!
Ja die Zeit auf einer Karibikinsel geht einfach viel zu schnell vorbei. Wir wären noch gerne 3 oder 4 Tage länger geblieben, um dann ein Frachtschiff zurück zum Festland zu nehmen, doch wir hatten schon weitere Termine. Wir mussten am 16. Mai in Panama City sein, um mit Rudy auf seinem Segelboot über die San Blas Inseln nach Kolumbien zu segeln. Mit diesem Wissen war der Abschied von Little Corn Island aber nicht mehr ganz so schwer, denn die San Blas Inseln sind das wohl letzte unberührte Paradies Mittelamerikas. Es war Dienstag und da die einzigen Schiffe zurück ans Festland am Wochenende fahren, mussten wir diesmal wohl oder übel das Flugzeug nehmen. Wenigstens waren wir nach knapp einer Stunde zurück in Managua und bereit für das nächste Abenteuer.

 

Ometepe

Montag, 30 Mai 2016 by
OmetepeUnsere Fahrt von Somoto nach Ometepe ,welche um 6:15 Uhr startete, dauerte zwar wieder bis zum Abend, aber es lief alles wie am Schnürchen. Das Busfahren in Nicaragua machte uns wirklich Spaß. Es funktionierte alles reibungslos und wenn wir mal nicht weiter wussten, halfen uns die freundlichen Menschen. Außer wenn es Taxifahrer waren. Die versuchten uns immer zu besch...!
Von Ometepe hatten wir uns etwas mehr versprochen. Im Reiseführer wurde sie als Abenteuerinsel wie aus dem Fantasyroman beschrieben. Die beiden Vulkane, der fruchtbare Boden, sauberes Wasser, breite Strände, eine reiche Fauna und archäologische Stätten. Das sind die Gründe, warum die Insel zum Topreiseziel Nicaraguas aufsteigt.
Die Insel hat uns gefallen, aber nicht überzeugt. Sicherlich haben zu unserem Gesamteindruck auch einige nicht beeinflussbare Umstände beigetragen wie z. B.: Die kaum erträgliche Hitze. Das Thermometer zeigte 33 Grad, aber gefühlt waren es 40 (tatsächlich, laut Wetterdienst). Im Schatten! Ohne uns zu bewegen, haben wir geschwitzt. Durch die nächtlichen Regenschauer schwirrten überall mückenartige Fliegen umher, die aber wenigstens nicht stachen. Das Wasser im See war sehr warm und braun und auch im Schatten am Vulkanstrand haben wir es nur mit Mühe ausgehalten. Die Natur am Ufer des Sees sah vertrocknet aus, was sich aber tatsächlich von Tag zu Tag durch die starken Regenfälle in der Nacht änderte. Das braun färbte sich in grün. Es gab kein Obst zu kaufen, nur eine geringe Auswahl an frischem Gemüse, aus dem wir uns aber leckere Pasta und Kartoffelcurry gekocht haben und kein gutes einheimisches Lokal in unserer Nähe. Hinzu kam noch der Schnupfen der Tina heimsuchte. Letztendlich haben wir von unseren 4 Tagen auf der Insel an drei Tagen nicht viel unternommen.
Am letzten Tag waren wir aber fit genug, um doch noch auf einen der beiden Vulkane zu steigen. Wir hatten uns für den etwas leichteren Aufstieg auf den kleineren und nicht mehr aktiven Vulkan Maderas entschieden u. a. weil der Aufstieg auch ohne Guide möglich war. Das wird wohl der schweißtreibenste Aufstieg unseres Lebens bleiben. Nach nur einer Stunde Wanderung konnten wir beide unsere T-Shirt auswringen. Es war so heiß und schwül, dass wir nur so tropften. Und das änderte sich auch nicht während der 8-stündigen Wanderung. Der Weg führte uns durch einen schwierigen, teilweise sumpfigen, dichten Dschungelpfad hinauf zum Krater. Oben angekommen, sahen wir einen grünlich bräunlichen Kratersee, umgegeben von dichtem Wald. Ein schöner Anblick, aber wir hatten schon schönere :-). Als Belohnung wartete auf uns eine ordentliche Portion Kartoffelcurry, welches noch vom Vortag übriggeblieben war. Nach einer guten Stunde war es schon wieder Zeit für den Abstieg, welcher fast genauso lange dauerte, wie der Aufstieg. Am Abend gönnten wir uns eine schöne lange, kalte Dusche und aßen eine recht gute Pizza beim Italiener gegenüber. Ausgeschlafen fuhren wir mit dem einzigen Bus des Tages zum Pier. Perfekt, um noch ein kühles Bierchen zu trinken und das Champions League Halbfinalrückspiel zwischen Bayern und Atletico Madrid zu sehen, bevor es weiter zu den Corn Island ging.

 

Somoto

Montag, 30 Mai 2016 by
SomotoIn Tegucigalpa, Honduras, gibt es keinen zentralen Busbahnhof. Jede Gesellschaft hat ihren eigenen Bahnhof und leider sind die meisten im gefährlichen Stadtviertel Comayagüela. Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns wieder ein teures Taxi zu nehmen. Den Busbahnhof hätten wir ohne Taxi auch nie gefunden. Immerhin handelte uns unsere Hoteldame einen angemessenen Preis aus. Es ging quer durch die Stadt und wir waren froh im Auto zu sitzen. Die Stadt sah sogar im Tageslicht unheimlich aus. Überall Wachleute mit Maschinengewehren und Schlagstöcken, eingezäunte Häuser mit Stacheldraht...
Wir hatten Glück, wir mussten nur eine Stunde warten und dann fuhr unser Bus zu Grenze von Honduras. Ohne vorherige Sicherheits- und Taschenkontrolle ging hier natürlich auch nichts. 3 Stunden später erreichten wir auch schon die Grenze. Wieder einmal war weit und breit keine anderen Touristen zu sehen. Der Grenzübertritt ging recht einfach und schnell, leider zu schnell für Steffen. Ihm blieb wenig Zeit mit den Einheimischen das Championsleague Spiel zwischen Real Madrid und Chelsea zu schauen, welches auf einem Fernseher, der über dem Einreiseschalter hing, übertragen wurde. Wir holten uns den Ausreisestempel für Honduras und wechselten bei einem Herren, der mit hunderten von Scheinen in der Hand wedelte, unseres restliches Geld in Cordoba, um die Einreisegebühr für Nicaragua zu bezahlen. Das einzige Problem war nur, dass der Grenzbeamte 20 USD und keine einheimische Währung von uns haben wollte. Also musste Steffen einen Teil des Geldes nun wieder in Dollar wechseln. Noch 2 USD bezahlt, für was wissen wir nicht, und schon betraten wir leicht verwundert, Nicaragua. Direkt hinter der Grenze stand ein großer gelber Bus der uns mit in den nächsten Ort nahm. Komisch, wir fühlten uns direkt wohler in Nicaragua. Auf der Fahrt sahen wir keine Wachleute, keine eingezäunten Häuser mehr und auch die Natur und Orte gefielen uns besser. Der Kassierer im Bus brachte uns etwas spanisch bei und das Land und die Leute waren uns sofort sympathisch.
Das kleine Städtchen Somoto ist nichts Besonderes. Doch als 2003 zwei tschechische Wissenschaftler über eine Spalte in der unebenen Tonerde stolperten und die Granitlandschaft "entdeckten" wurde Somoto bekannt. Das einzige Hostel in der Stadt war nichts für uns und so buchten wir uns für zwei Nächte in das benachbarte Hotel ein. Wir hatten einen guten Preis ausgehandelt und es gab Frühstück. Nur leider zwei Tage lang kein Wasser, da es in der ersten Nacht so stark regnete, dass die Leitungen in der ganzen Stadt beschädigt wurden.
Der Ausflug in den Canon war ein echtes Erlebnis. Wir buchten uns einen Guide, der uns auf dem Weg durch die Schlucht begleitete. Mit Schwimmwesten ausgestattet fuhren wir mit einem Taxi zum Ausgangspunkt der Tour. Es ging zunächst durch einen kleinen Wald, vorbei an einem kleinen Dorf, bevor es zum Fluss hinunterging. Anschließend hüpften wir von Fels zu Fels, schwammen durch kleine Stromschnellen des braunen Flusses und sprangen von 8 m hohen Felsen in tiefe Wasserlöcher. Mit knurrendem Mägen erreichten wir nach über 6 Stunden wandern und schwimmen das Ziel unser Tour und genossen ein leckeres Essen in einem lokalen Comedor. Tina hätte nach dieser kleinen Canyoing Tour schon gerne eine warme Dusche genossen, ihr war doch etwas kalt geworden, aber Wasser gab es ja nicht.
Noch am Abend entschieden wir, dass unser nächstes Ziel die Vulkaninsel Omepete im Süden Nicaraguas sein sollte. Um dort, ohne Übernachtungsstop anzukommen, fuhren wir mit dem ersten Expressbus früh am nächsten Morgen nach Managua.

 

MexikoAlles hätten wir vergessen können nur nicht die bestellten Stullen mit Salami und Käse. Leider können wir nicht mehr nach Mexico fahren. Rini wurde am Flughafen als Foodschmuggler registriert. Käse futsch. Die Salamistullen konnten wir aber retten. Was für ein Wiedersehen nach so langer Zeit. Zwei braun gebrannte Weltenbummler standen da bei 30 Grad und strahlten über alle vier Backen und ja, wir konnten die wichtigste Frage positiv beantworten. Wir hatten die Hälfte der „Heimatverpflegung“ gerettet. So unterscheidet sich unser Gastbeitrag anfänglich nicht von den vielen anderen der zwei. Es dreht sich ums Essen.
Nach einem Touribegrüßungsfoto schnallten wir unsere 12 KG schweren Rucksäcke auf den Rücken und ab ging es, nach einem für uns recht langen Fußmarsch, mit dem Mietwagen ins Dschungelcamp. Als Reisegruppe „Betreutes Reisen“ wurden wir von Tina und Steffen verwöhnt und traumhaft sicher durch Mexico geführt. Achtmal umziehen, von schlafen unter fast freiem Himmel mit Gemeinschaftstoilette und –dusche bis zum Luxuszimmer mit Whirlpool war alles dabei. Man kann es fast nicht glauben, aber 2500 zurückgelegte KM haben zu totaler Tiefenentspannung geführt. Gefühlt waren wir ein viertel Jahr nicht zu hause. Unsere beiden Kinder haben uns Erlebnisse beschert die wir als stino Touristen nie gehabt hätten. Der Schildkrötenstrand, die blaue Lagune in Bacalar, die Tempelanlagen von Ek Balam, menschenleere Strände und nicht zuletzt die traumhafte, verschlafene Insel Holbox (hier war sogar das Streetviewauto von google unterwegs). Auch die Insidertips in den Gemeinschaftsküchen der Hostels waren unbezahlbar. Wir haben Flamingos in freier Wildbahn beobachtet, waren allein in einem kleinen Mayatempel oder konnten mit Wasserschildkröten in einer wunderschönen Cenote schnorcheln. Wir haben mal jarnischt gemacht und hatten Tage mit viel Action. Wir wurden von Tina und Steffen bekocht und haben die leckere mexikanische Küche genossen. Tina hat mit Leguanen gekämpft und Steffens Huharatschis haben immer wieder zu Nachfragen geführt. Ich habe keinen Sonnenbrand bekommen und Rini hat die zwei in der Körperfarbe überholt. Immer wieder sitzen wir jetzt zu Hause und schauen uns die Bilder an. Wir können es kaum glauben was wir alles erlebt haben und wollen zurück. Es war schön für uns, das wir für kurze Zeit den Traum der beiden mit träumen konnten. Unser Entschluss steht fest. Wir werden unseren Rucksack wieder packen. Die Art zu reisen kann kein Reisebüro bieten.

 

Utila

Mittwoch, 27 April 2016 by
UtilaUtila gehört zusammen mit Roatán und Guanja zu den Bay Islands. Sie liegen 25 - 50 km vor der honduranischen Nordküste. Die Riffe vor den Inseln gehören weltweit zum zweitgrößten Wallriff nach dem australischen Great Barrier Reef und werden von Fischen, Korallen, Schwämmen, Rochen, Meeresschildkröten und sogar Walhaien bevölkert. In unserem Reiseführer wurden die Inseln als das Mekka für Taucher angepriesen. Klingt gut? Das dachten wir uns auch! Honduras stand eigentlich nicht auf unserer Reiseliste, aber das alles klang viel zu gut, um daran vorbei zu fahren. Außerdem waren wir schon seit 5 Wochen nicht mehr tauchen. Ja, das ist jammern auf hohem Niveau, aber was sollen wir machen :-). Unsere 20-stündige Fahrt begann um 3:15 Uhr morgens in Antigua und führte uns über Guatemala City weiter nach Copan und San Pedro Sula bis nach La Ceiba. Dank eines kaputten Busses, der uns zwei längere nicht geplante Reparaturpausen bescherte, nur um dann doch ausgewechselt zu werden, kamen wir erst um 23 Uhr in La Ceiba an. Diese kleine, hässliche Hafenstadt ist Ausgangspunkt für die Fährfahrt auf die Bay Islands.
Wir entschieden uns für die Insel Utila. Sie ist die kleinste und preiswerteste der drei Bay Inseln und bei Backpackern sehr beliebt. Roatán hat zwar die schöneren Strände, aber wir waren ja zum Tauchen da. Pünktlich um 9 Uhr am nächsten Morgen legte die Fähre nach Utila ab und wir freuten uns auf ein paar schöne Tage. Anders als im Reiseführer angegeben, kostete eine einfache Fahrt nur 100 Lempira statt der dort beschriebenen 472. Das sollte aber die einzige positive Überraschung im Hinblick auf die Preise bleiben. Zugegeben die Preise für Tauchen sind extrem günstig, wir zahlten nur 23 Euro pro Tauchgang inkl. Unterkunft. Normale Hotels\Hostels und Lebensmittel waren aber nichts für den Backpackergeldbeutel. Wir waren sicherlich noch ein bisschen von den asiatischen Preisen verwöhnt, aber 45 Dollar für ein dunkles Zimmer mit einem Bett und einem Ventilator erschien uns etwas überteuert. Nach einstündiger erfolgloser Suche nach einem gemütlichen und bezahlbarem Zimmer, nahmen wir das Angebot unserer Tauchschule an und bezogen eines ihrer Zimmer. Es war nicht schön, dafür aber kostenlos. Wir schrieben uns auch gleich fürs Tauchen am nächsten Tag ein, denn wir wollten ins Wasser :-).
Unsere beiden ersten Tauchgänge waren nicht so traumhaft, wie wir uns das vorgestellt hatten. Für unseren Geschmack zu wenig Fische, dafür aber sehr schöne und viele Fächerkorallen, ganz anders als in Asien. Dazu sahen wir noch ein paar große Krabben und eine riesige Moräne, die die ganze Zeit durchs Wasser schwamm. Normalerweise schauen diese Tiere unter einem Stein hervor oder aus einem Loch heraus, aber schwimmend und dann noch für eine so lange Zeit, sieht man sie selten. Wir waren bereits auf dem Rückweg zur Tauchschule, als unser Kapitän einen Walhai sichtete. Unser erster Walhai in natürlicher Umgebung. Wir alle waren ganz aufgeregt! Unser Kapitän versuchte möglichst dicht an dieses wunderschöne riesige Tier heran zu kommen, damit wir entweder vom Boot aus oder Unterwasser einen guten Blick erhaschen konnten. Das stellte sich aber als äußerst schwierig heraus. Denn kurz an der Oberfläche, war der Walhai auch schon wieder auf dem Weg in die Tiefe und so gab der Kapitän vorerst auf. Aber Zeit zum Trauern war keine, denn plötzlich war eine riesen Gruppe Delfine um unser Boot. Endlich Delfine, wovon Tina schon seit unserer ganzen Reise träumt! Taucherbrillen und Schnorchel aufgesetzt und keine 10 Sekunden später waren wir im Wasser und schnorchelten mit den Delfinen. Zum Glück sind diese intelligenten Tiere mehr an Booten und Menschen interessiert als Walhaie und so konnten wir sie sehr gut beobachten, wie sie immer wieder um uns herum oder vor dem Boot schwammen. Zusammen mit den Rufen der Delfine, die man sogar über Wasser hören konnte, war das ein unbeschreiblich schönes und unvergessliches Erlebnis. Aber damit noch nicht genug. Wir bekamen tatsächlich noch den Walhai zu Gesicht. Nur für einen kurzen Augenblick, als dieser schon wieder auf dem Weg in die Tiefe war, aber trotzdem unglaublich schön!
Am letzten Tauchtag hatten wir noch einen richtig guten Wracktauchgang mit einer Sichtweiten von über 30 Metern. Das erste Mal für uns beide und ein Tauchgang der Lust auf mehr macht. Dafür bräuchten wir aber erstmal eine Zusatzausbildung, bevor wir in die Wracks tauchen dürften und nicht nur "drum herum". Die anderen Tauchgänge waren nicht sehr spektakulär, es gab schöne Korallen, aber alles zusammen genommen einfach zu wenig Fische. Die Stunden an Land verbrachten wir mit Strandaufenthalten, Inselerkundung, Nahrungsbeschaffung und-zubereitung sowie Reiseplanung.
Nach 3 Tagen machten wir uns auch schon wieder auf den Weg nach La Ceiba, wo wir eine Wildwasserrafting Tour gebucht hatten. Die Stadt La Ceiba ist alles andere als schön, dafür ist die Landschaft drum herum umso schöner. Von der Fähre in La Ceiba wurden wir direkt von Jorge abgeholt und zu seiner "Lodge" in den Bergen gebracht. Direkt am Fluss gelegen, war diese der Ausgangspunkt für unsere bevorstehende Raftingtour. Diese war schön, aber viel viel zu kurz. Wir wären gerne noch ein oder zwei Stunden den Fluss runtergefahren. Nach unserer Tour unterhielten wir uns noch eine Weile mit Jorge über Honduras und auch die Sicherheitslage vor Ort. Was wir erfuhren, trug nicht gerade zu einem sichereren Gefühl bei. Honduras ist das Land, in welchem wir uns bis jetzt am unsichersten gefühlt haben. Sicherlich haben auch die ganzen Sicherheitshinweise oder Kriminalstatistiken dazu beigetragen. Aber auch die unzähligen bewaffneten Wachleute welche man vor Banken, in Einkaufszentren und auch vor kleinen Geschäften wie z.B. Apotheken oder Restaurants sieht, tragen zur Beunruhigung bei. Nach einer Nacht im Zelt auf der La Moskita Lodge bei Jorge, machten wir uns auf den Weg zurück nach La Ceiba, von wo aus wir weiter noch Somoto in Nicaragua fuhren. Für einen Tag war die Strecke zu weit, so dass wir in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, eine Nacht schlafen mussten. Auch diese honduranische Stadt war alles andere als schön. Von unserem Ankunftsort, einem ziemlich zwielichtigen Stadtviertel, in dem man sich auch am Tage nicht zu Fuß bewegen sollte, nahmen wir ein überteuertes Taxi in die Stadt. Tina hatte uns aus unserem Reiseführer ein kostengünstiges Hotel herausgesucht. Sauber, mit gemütlichem Gemeinschaftsraum und nicht weit zu einem chinesischen Restaurant, welches wir auch gleich nach unserer Ankunft besuchten, denn wir hatten mächtig Hunger. Zu unserem Hunger passten dann auch die Portionen die uns serviert wurden. Hatten wir uns erst über die doch recht hohen Preis gewundert, relativierte sich diese. Auf Anraten der Kellnerin hatten wir nur eine Portion Chop Suey bestellt, welche auch vollkommen ausreichte. Wir hatten sogar noch etwas übrig, was wir dann am nächsten Tag zum Frühstück aßen. Da die Hotelbesitzerin uns davon abriet im Dunkeln durch das Stadtzentrum zu laufen, verbrachten wir den restlichen Abend im Hotel und kümmerten uns um die Weiterreise nach Nicaragua.

 

Antigua

Dienstag, 19 April 2016 by
San Cristobal de las CasasNicht geplant, war unser nächstes Ziel das schöne Städtchen Antigua in Guatemala. Nach fast vier Wochen Mexiko, mussten wir nun wir endlich etwas Spanisch lernen und das kann man am besten in Guatemala. Unser Spanischkurs lag schon über 1,5 Jahre zurück. Natürlich wollten wir danach weitere besuchen, lernen und am Besten noch mit Julia zum wöchentlich Deutsch-Spanisch-Treffen in Berlin in eine Kneipe gehen, aber wie es halt so ist, man arbeitet, geht seinen Hobbys nach und hat einfach keine Zeit. Jetzt musste also etwas passieren!
Unsere Hoffnungen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzer auf den mexikanischen Straßen, welche uns Auto- und Busfahrern den letzten Nerv raubten, ein rein mexikanisches Ärgernis sind, wurden auf unserer Fahrt von San Cristobal nach Antigua zerstört. Ein Poller jagte den anderen. Bei zwei oder drei Stunden Fahrt sicherlich kein Problem, doch wenn man wie wir, 12 h im engen Van mit 11 Passagieren sitzt, beginnt es irgendwann mächtig zu nerven! Nach einiger Zeit oder 100 Pollern, ergaben wir uns unserem Schicksal und ertrugen mit störrischer Gelassenheit auch die restlichen 1000. Die Landschaften auf dem Weg waren nicht sonderlich spektakulär, so dass wir froh waren, als wir ankamen.
Der Sprachschule, welche uns unserer Reiseführer empfahl, statteten wir gleich am nächsten Tag einen Besuch ab und buchten eine Woche Sprachkurs mit Privatlehrer, inklusive Freizeitaktivitäten am Nachmittag für 80 $ pro Person. Schon am nächsten Morgen ging es pünktlich 8 Uhr los. Der Unterricht fand in einem schönen Garten statt, in dem sich jeder Schüler zusammen mit seinem Lehrer ein schattiges Plätzchen suchte, um dann mit dem Lernen loszulegen. So verbrachten wir die folgenden 5 Tage mit lernen, Hausaufgaben machen und essen. Zu viel mehr war einfach keine Zeit :-). Am Montag unternahmen wir noch eine Stadtführung durch Antigua und am Dienstag ging es zu einer Macadamia Plantage. Die anderen Nachmittagsaktivitäten fielen leider dem Sport zum Opfer. Nicht wie ihr jetzt vielleicht denkt, wir haben kein Sport gemacht, vielmehr haben wir uns Fußball in einer Kneipe geschaut. Steffen hatte mal wieder das Bedürfnis, Fußball zu gucken und da bot sich die Champions League und die Europa League gerade an.
Nach all dem Lernen stand zum Abschluss unseres kurzen Guatemalaaufenthaltes die Besteigung des Vulkan Acatenago auf unserer to-do-Liste. 3976 m hoch, lange nicht mehr aktiv gewesen, dafür aber genau gegenüber dem sehr aktiven Vulkan Fuego gelegen. Mit etwas Glück kann man in der Nacht Lava den Berg runter fließen sehen, weswegen wir uns für eine 2 Tagestour mit Übernachtung im Zelt entschieden. Um Tina noch ein bisschen Zeit zu geben, sich von ihrer gerade mit Antibiotikum bekämpften Angina "zu erholen", starteten wir erst zwei Tage später, als geplant. Steffen ganz der Gentleman, übernahm das Tragen des Zeltes, der Schlafsäcke sowie des Wasservorates. Um 12 Uhr startete die Mission Gipfelbesteigung. Schon während des ersten Abschnittes fragten wir uns, warum wir uns das Antun! Gefühlte 45 Grad Steigung, 30 °C Lufttemperatur und dazu sandiger und staubiger Untergrund, auf dem wir 2 Schritte machten, nur um wieder einen zurück zu rutschen. Anfangs noch alle Gipfelbesteiger des vorherigen Tages wegen ihrer dicken Staubschicht auf dem Körper belächelt, steckten wir jetzt selber mittendrin und überlegten, wie viel Staub unsere Lungen so vertragen können. Die nächsten Stunden änderte sich nicht viel an dieser Situation. Mit der Zeit wurden die Rücksäcke immer schwerer und die Gespräche immer kürzer, die Schritte langsamer und die Sehnsucht endlich das Basislager zu erreichen, immer größer. Nach knapp 5 Stunden war es dann soweit, wir waren auf 3500 m angelangt und konnten mit der Errichtung des Nachtlagers beginnen. Noch waren wir eingehüllt von Wolken, welche uns die Sicht auf den Fuego versperrten, doch ab und zu hörte man ihn schon grollen. Bis zum Abendessen verzogen wir uns ins Zelt und versuchten ein bisschen zu schlafen und die Batterien ein wenig aufzuladen. Was die Lavafontänen betraf, sollten wir diesmal wenig Glück haben. Immerhin zog es am Abend auf und durch den Vollmond der hoch am Himmel stand, hatten wir einen super Blick auf den Fuego mit Ascheeruption und benachbartem Gewitter. Halb fünf am Morgen, als wir uns auf den Weg machten, die letzten 400 m bis zum Gipfel hinaufzusteigen, wurden wir von ein wenig Lava begrüßt, welche wir aber nur sehr kurz sahen. Dennoch ein guter Ansporn für die bevorstehende Quälerei.
Unsere Nacht war alles andere als erholsam. Uns war nicht kalt in unseren Schlafsäcken, aber die dünnen Isomatten konnten den harten, steinigen und holprigen Boden nicht ausgleichen und so wälzten wir uns von einer auf die andere Seite. Wir waren richtig froh, als wir gegen 4 Uhr geweckt wurden. Steffens erste Worte: "Endlich aufstehen, das wurde ja auch Zeit":-). Beim Aufstieg merkten wir dann auch umgehend, dass sich unsere Körper nicht wirklich erholt hatten. Hinzu kam, dass der Untergrund immer loser wurde. Wieder ging es 2 Schritte bergauf und einen bergab, aber es war noch steiler, als den Tag zuvor. Die letzten Meter glich unser Aufstieg eher einer Mount Everest Besteigung. Ein paar Schritte gehen, ausruhen und sich fragen warum! Wieder ein paar Schritte gehen, anhalten ausruhen und fluchen. So schleppten wir uns bis zum Gipfel, machten kurz vorher nochmal für ein, zwei schöne Sonnenaufgangsfotos halt. Oben angekommen entschädigte der wahnsinnige Blick für alle Strapazen und ließ den bevorstehenden Abstieg für kurze Zeit vergessen. Nach einer Runde um den Krater und einigen Fotos war es Zeit für den Abstieg ins Basislager. Länger hätten wir es auch nicht ausgehalten, den auf fast 4000 m war es eisig kalt. Den Weg, auf dem wir uns kurz zuvor in 1,5 h auf den Gipfel gequält hatten, konnten wir nun leichten Schrittes in Windeseile hinunter rennen und waren in nicht einmal 30 min wieder am Basislager. Noch kurz gefrühstückt, die Sachen gepackt und die Zelte abgebaut und schon waren wir bereit für die letzte Etappe, den Abstieg. Wir mussten alle Kräfte mobilisieren und nach nur 2,5 h waren wir wieder am Ausgangspunkt angelangt. Sichtlich erschöpft, waren wir froh wieder unten zu sein und freuten uns auf eine warme Dusche und vor allem unser Bett. Wir waren noch nie so fertig gewesen von einer Wanderung! Ob es jetzt an der Höhe lag, an noch nicht komplett überwundenen Krankheit oder einfach an fehlender Fitness, werden wir spätestens in Peru und Bolivien sehen. Dort sind 3976 m nicht das Ende sondern erst der Anfang!

 

San Cristobal de las CasasAm Busbahnhof von Cancun trennten sich unsere Wege. Marina und Norbi fuhren mit dem Bus zum Flughafen und wir entschieden uns spontan, eine 18-stündige Busfahrt nach San Cristóbal im Süden von Mexiko anzutreten, bevor es weiter nach Guatemala ging. San Cristóbal ist eine wunderschöne Kolonialstadt und liegt in einem traumhaften Hochlandtal auf 2100 m. Aus den 18 Stunden Busfahrt wurden dann 23 Stunden. Die längste Busfahrt unseres Lebens. Tatsächlich verging die Zeit aber schnell, die Sitze waren sehr bequem und der Ausblick versüßte die Fahrt. Wir kamen also recht entspannt in San Cristóbal an und fanden in einem bunten Hostel eine schöne Bleibe. Das Frühstück in dem Hostel war einfach lecker und für 10 € p. P. auch endlich mal wieder ein angemessener Backpackerpreis. Die Tage vergingen und wir hatten wie immer, jede Menge zu tun. Es machte Spaß, die Pflasterstraßen und Märkte der Stadt zu erkunden und das einzigartige Ambiente in sich aufzusagen. Auch die Temperaturen von 24 Grad waren eine angenehme Abwechslung nachdem wir nun schon seit Monaten die 30 Grad Marke nicht mehr unterschritten hatten. Abends wurde es mit 14 Grad sogar richtig "kalt" :-) In einem einfachen, kleinen, liebevollen Lokal probierten wir die Spezialität des Hauses. Die mexikanischen Suppen waren so gut, dass wir jeden Tag dort essen gingen und uns quasi durch die ganze Speisekarte testeten. Tatsächlich fühlten wir uns so Wohl in San Cristóbal, dass wir erst nach 5 Nächten unsere Rucksäcke packten. Wir hatten uns Tickets für einen Van gekauft, der uns über die Grenze nach Antigua in Guatemala bringen sollte. Kein preiswertes Vergnügen, dafür aber direkt und eigentlich recht schnell. Schnell hieß letztendlich 12 Stunden Fahrt. Der Van sollte uns morgens um 5 Uhr abholen. Da bis um 5.30 Uhr noch immer kein Van in Sicht war, öffnete Tina das Tor zum Hostel, um es von der Zimmerterrasse zu sehen. Auf einmal kam ein Mann herein, der ihr komisch vor kam, da er direkt in den Dorm huschte. Steffen stellte sich daraufhin an das Tor und ein paar Minuten später kam die Gestalt wieder aus Dorm. Unter seiner Jacke hatte er etwas und Steffen gab dem betrunkenen Mann zu verstehen, dass er zeigen sollte, was er da hatte. Dieser holte auch ohne großes Zögern ein paar Turnschuhe hervor und Steffen ließ ihn gehen. Nach ein paar weiteren Minuten kam ein Mädchen weinend und völlig verängstig aus dem Zimmer. Der Mann hatte sich auf ihr Bett gesetzt, scheinbar nach Wertgegenständen gesucht, dabei aber das Mädchen angefasst. Wir hörten ihr zu, sie beruhigte sich langsam und wir erzählten was passiert ist. Tina war echt fertig, weil sie ja das Tor geöffnet hatte. Dem Mädchen ging es nach einiger Zeit wieder besser und wir waren froh, dass die Situation dann doch noch recht gut ausging. Um 7.30 Uhr kam dann auch endlich der Van.

 

Isla HolboxAuf zu unser letzten Station, auf nach Holbox, eine wie wir gehört hatten, wunderschöne Insel nur etwa 150 km entfernt von Cancún. Auf Isla Mujeres gibt es keine öffentliche Busse, also bestellten wir uns ein Taxi und ließen uns zum Hafen bringen. Rauf auf die Fähre nach Cancún und nach einer weiteren Taxifahrt waren wir auch schon am Busbahnhof, von wo aus der Bus nach Holbox abfuhr. Wir alle sehnten uns bei Temperaturen um die 30 Grad unseren Mietwagen zurück, doch die Zeiten des Luxus waren vorbei. Nein so schlimm war es nicht, die Busse in Mexiko sind recht komfortabel und auch so war die Fahrt von Isla Mujeres nach Isla Holbox, die Fahrt auf unserer gesamten bisherigen Reise, die am besten klappte. Keine Wartezeit, kein verpasster Bus, direkte Überfahrt nach Isla Holbox und Erreichen unseres Hostels in 5 min. So hatten wir, nachdem wir 17 Uhr angekommen sind, noch genug Zeit uns einen Supermarkt zu suchen, für den Abend einzukaufen und bei einem kühlen Bier die letzten Tage einzuleiten, bevor Norbi und Marina uns wieder verlassen mussten. Unser Aufenthalt auf Holbox stand also ganz im Zeichen des süßen Nichts tun! So war die drei stündige Fahrradtour am nächsten Tag auch das aktivste, was wir machen sollten. Erst ging es zum westlichsten Zipfel der Insel, vorbei am Café del Mar, um dann wieder Richtung Osten zu fahren, bis uns eine Flussmündung stoppte. Das alles auf Sandstraßen, denn etwas anderen gibt es nicht auf der Insel. Das Hauptverkehrsmittel ist das Golfcar und das Fahrrad. Uns vieren erging es wohl allen gleich. Direkt nach der Ankunft haben wir uns in diese Insel verliebt. Das Wasser ist zwar nicht so kristallklar und blau wie in Cancún oder Tulum, dafür leuchtet es in allen erdenklichen Grundtönen. Die Häuser und Hotels sind buntbemalt oder schlicht in weiß gehalten, mit viel Holz dazwischen. Das alleine strahlt schon Ruhe und Gelassenheit aus, dass man spätestens nach einem Tag, selbst zum Ruhepol wird und zusammen mit allen anderen Reisenden und Einwohnern im Einklang mit der Musik der Bars und der Musik des Meeres durch die Tage gleitet, ohne auch nur im geringsten in Unruhe oder Stress zu verfallen. Unserem allmorgendlichen ausgedehnten Frühstück mit Ei, Guacamole, Käse, Wurst, Tomaten, Gurke und Toast folgte jedesmal der Gang zum Strand, wo wir unterm Sonnenschirm die Zeit mit Kniffel spielen, lesen, Cerveza trinken oder essen vertrieben und ab und zu vor der Hitze im Wasser Schutz suchten. Wenn wir schon nicht selbst aktiv waren, so haben wir doch wenigstens den aktiven Pelikanen beim Fischen zugesehen. Wie sie über dem Wasser kreisten, um dann im Sturzflug sich den Fisch zu schnappen, den sie sich ausgespäht hatten. Ein herrlich süßes Leben unter mexikanischer Sonne, welches wir noch einige Tage länger ausgehalten hätten. Doch jeder Urlaub geht einmal zu Ende. Für die einen heißt es Abschied nehmen und ab zurück nach Deutschland arbeiten, für die anderen heißt es Abschied nehmen und weiter nach Guatemala zum spanisch Lernen.
Es war eine geile Zeit mit Marina und Norbi in Mexiko. Durch die Reiselust der Mexikaner zu Ostern, etwas anstrengender als gedacht und das nächste Mal definitiv zu einer anderen Zeit, aber wir würden es immer wieder machen! Danke an Euch beide für die schöne Zeit. Bis bald in Deutschland!

 

Isla Mujeres

Donnerstag, 31 März 2016 by
Isla MujeresNun war es soweit, 12 Tage Luxusbackpacking waren vorbei. Um 13 Uhr mussten wir von unserem liebgewonnenem Mietwagen in Cancún Abschied nehmen. Vorher stand aber der Besuch des Hardrock Café Cancún auf dem Programm. Gleich am Beginn der Hotelzone in einem Einkaufszentrum gelegen, ließen wir Norbi und Marina raus und suchten einen Parkplatz. Die Hotelzone mit den riesigen Hotelkomplexen, den Einkaufszentren, Bars und Restaurants war so gar nicht nach unserem Geschmack. Wir waren froh, hier nur kurze Zeit verbringen zu müssen. Worüber es aber bestimmt keine zwei Meinungen gibt sind die Strände und das Wasser. Strahlend weißer feiner Sand dazu hellblau- und türkisfarbenes Wasser. Ein wahrer Traum, nur eben am falschen Ort :-). Norbi und Marina hatten alle Souvenirs gekauft und so ging es nun zur Autovermietung. Die Rückgabe ging schnell und problemlos und so machten wir uns nach einem leckeren Mittagessen (wieder auf unserem Marktplatz) auf den Weg zum Hafen, von wo aus die Fähre zur Isla Mujeres ablegte. Diese kleine Insel, genau vor Cancún gelegen, gilt als heißer Tipp zum Schnorcheln und Tauchen. Wir mieteten uns in einem schönen Resort im Süden der Insel ein, mit Pool und eigenem Whirpool im Zimmer. Eigentlich zu teuer für uns, aber es Stand nichts anderes zur Auswahl. Natürlich probierten Tina und Steffen den Whirpool aus. Nur hätte man ihnen mal jemand sagen sollen, dass man kein Duschbad oder ähnliches ins Wasser macht, wenn man die Whirpoolfunktion auch benutzen will :-). Wir feierten also unsere private Schaumparty!
Auf Isla Mujeres angekommen erwartete uns Hektik, Trubel, Verkehr und viele Menschen, so dass wir froh waren, im ruhigeren Süden der Insel zu wohnen. Zwar weit weg von den schönen großen Stränden im Norden, dafür aber dichter zum Schnorchelspot. Viel Zeit hatten wir nicht auf der Insel, doch es war ausreichend. Am Tag unserer Ankunft haben wir nicht viel gemacht. Im nahegelegenen Supermarkt holten wir uns ein bisschen Getränkeverpflegung für den Abend und ließen uns von einer Pizzeria, an der wir vorbeikamen, zwei Pizzen zum Abendbrot liefern. Ein paar Bier und Vodka später vielen wir in unsere super bequemen Betten. Unseren einzigen kompletten Tag auf Isla Mujeres verbrachten wir am Strand mit Schnorcheln, extrem brutzeln und Corona trinken. Vielleicht gibt es schöne Schnorchelplätze auf der Insel, die man mit dem Boot erreichen kann, wir waren jedenfalls enttäuscht. Keine Korallen, nur Sand und Seegras, dazu ein paar Fische das war es. Wenigstens waren die Fische zum Teil groß und nicht sehr scheu, doch alles in allem sehr enttäuschend. So waren wir auch nicht allzu traurig am nächsten Tag wieder fahren zu müssen.

 

Seite 1 von 2