Siau Island

by / Dienstag, 08 März 2016 / 1 Kommentar Publiziert in Indonesien
Siau Island

Unser Plan für 3,5 Tage Siau Island:

  • 17 Uhr die Nachtfähre nach Siau nehmen und von unserer Vermieterin Ayu in Empfang genommen werden
  • am nächsten Tag mit Harry einen Tauchtrip unternehmen
  • den darauf folgenden Tag den aktiven Vulkan Karangetang besteigen und danach wieder mit Harry tauchen
  • noch eine Nacht schlafen und den Vormittag genießen, um dann entspannt mit der Nachtfähre um 17 Uhr zurück nach Manado zu fahren

Doch es kam alles ganz anders!

Nachdem wir am Morgen erfolgreich den aktiven Lokon in Tomohon bestiegen hatten, fuhren wir mit unserem Guide zum Busbahnhof in Tomohon, als dieser einen Anruf von Michael bekam. Die Nachtfähre, mit welcher wir nach Siau fahren wollten, startete diesmal von Likupang. Eine kleine Stadt ganz im Norden von Sulawesi "nur" 40 km entfernt von Manado, dem eigentlichen Startpunkt. Nun ist das mit dem Reisen in Sulawesi so eine Sache! 40 km sind normalerweise ein Klacks und wir hätten noch gute 4 h Zeit gehabt. Doch wir saßen noch nicht einmal im Bus von Tomohon nach Manado. Diese Busse haben keinen festen Zeitplan, d. h. sie fahren los, wenn sie voll sind und wir waren die Ersten. Von 10 min bis zwei Stunden Wartezeit war also alles möglich. Kurz hatten wir in Erwägung gezogen alle Busplätze zu kaufen, um direkt loszufahren. Nach Romans Berechnungen wären es ca. 20 Euro gewesen, 5 Euro pro Person, was durchaus im Budget gelegen hätte :-). In Manado angekommen, hätten wir weiter nach Likupang fahren müssen, aber ob die Fähre tatsächlich um 16 Uhr oder 17 Uhr oder überhaupt gefahren wäre, wer weiß das schon. Es blieb uns nichts anderes übrig, als auf das Speedboot am nächsten Tag um 12 Uhr zu steigen. Es war zwar teurer, dafür aber die sicherste Variante. Unser Aufenthalt schrumpfte nun also schon vor Ankunft auf Siau von 3,5 auf 3 Tage.
Den Abend in Manado ließen wir im Restaurant bei sehr gutem Essen (leider etwas scharf für Roman:-)) und einem kühlen Bier ausklingen. Am nächsten Tag saßen wir vier einzigen Touristen pünktlich um 12 Uhr auf der Fähre nach Siau. Lustig war, dass wir an Board auch gleich Harry trafen (die Empfehlung von Michael), den einzigen Taucher mit Leihausrüstung auf Siau. Wir verabredeten uns direkt für den nächsten Tag für einen Tauchgang.
Angekommen auf Siau wurden wir von unserer quirligen, kessen und zurechtgemachten Vermieterin Ayu in Empfang genommen. Auch diesen Kontakt hatte uns Michael vermittelt. Ayu war wirklich super freundlich und hatte, wie wir später sehen sollten, ein paar wirklich schöne Bungalows direkt am Meer. Mit ihrem Auto fuhren wir 40 min quer über die Insel. Teilweise ging es recht steil bergauf und Ayu bretterte im ersten Gang hinauf und entschuldigte sich permanent für ihre Fahrweise. Durch unberührten Regenwald, vorbei an einem aktiven Vulkan, entlang schöner Strände und schroffen Küstenlinien. Alleine diese Fahrt war ein Highlight. Angekommen, besichtigten wir Ayus Grundstück und die beiden einzigen halbwegs fertigen Bungalows. Unser Bungalow war bis auf den fehlenden Strom fertig, welcher bis zum Abend fließen sollte. Bei Alina und Roman sah die Sache etwas anders aus. Strom war vorhanden allerdings fehlte im Bad der Bodenbelag und fließend Wasser, dafür gab es aber eine Wassertonne. Von außen sahen die Bungalows recht neu aus, aber von innen, als wären sie schon Jahre alt. Typisch für Asien.
Zu unserer Freude brachte uns Ayu zur Begrüßung ein Bier und eine große Schale mit Früchten. Später wurde uns noch ein einfaches Abendmahl in unserem spartanischem Essbereich (ein Holzpavillon, ohne Stühle und Licht) serviert und ein paar Gespräche später war der Tag auch schon vorbei. Am nächsten Morgen standen wir mit gepackten Sachen, bereit für unseren ersten Tauchgang, um 11 Uhr vor unseren Bungalows und warteten auf Ayu, die uns zu Harry fahren wollte. Eines vorweg: Tauchen waren wir nicht. Wir fuhren also zu Harry und wunderten uns über die Ankunft nach einer Minute. Harry war direkt am Nachbarstrand, zusammen mit dem Bürgermeister, dessen riesen Haus (ähnlich des weißen Hauses) wir schon von der Fähre aus gesehen hatten, seinem kompletten Mitarbeiterstab, einem niederländischem Paar und deren Eltern. Thema der Versammlung war, der Stromanschluss für die kleine Bucht mit traumhaften Strand und zwei Bungalows. Und so eine wichtige Entscheidung kann nur das Oberhaupt des gesamten Sangir Archipels entscheiden :-). Nachdem wir alle Hände geschüttelt hatten, dachten wir uns, eigentlich wollten wir ja tauchen! Doch wir hatten die Rechnung ohne Harry gemacht. Harry wusste von nix. Vielleicht hatten wir uns auf der Fähre nicht deutlich genug ausgedrückt. Mmh, aber nicht noch einmal dachten wir uns und nagelten Harry für den nächsten Tag 13 Uhr fest. Alles noch drei mal wiederholt und von Harry bestätigt, wähnten wir uns in Sicherheit und überlegten uns, was wir mit dem angebrochenen Tag machen sollten.
Zufällig hatte Ayu Geburtstag und auf unserer To-do-Liste stand noch eine Inselhoppingtour und so hieß es schnell: Sachen packen, wir fahren alle mit dem Boot zu einer einsamen Insel. Schnell ist auf Siau eher ein Fremdwort, wir brauchten bestimmt noch 4 h, bis wir endlich im Boot saßen. Dazwischen lag viel Warterei und Planlosigkeit, über dass, was denn nun eigentlich passiert. Wir warteten auf Pickups, fuhren wieder rüber zu Ayu und zurück zum Nachbarstrand, hofften auf Mittagessen bei Ayu, aber ohne Erfolg. Dann wieder warten bis wir auf der Ladefläche eines Pickups sitzend, mit dem ganzen Bürgermeisterstab endlich zum Hafen fuhren. Wir waren die Hauptattraktion der Insel. Mittlerweile war es schon 17 Uhr, wir immer noch nicht auf dem Boot, hatten Hunger und beschlossen uns eine Suppe im Hafen zu holen. Doch dort musste es plötzlich ganz schnell gehen. Also gab es eine Suppe to go, verpackt in einer Tüte. Im wahrsten Sinne des Wortes eine Tütensuppe :-). Beim Ablegen wurden wir noch vom Bürgermeister und seinem Tross verabschiedet und los ging es. Alina und Tina brachten sogar das Kunststück fertig, die Nudelsuppe mit einem Löffel aus einer Tüte zu essen, während das Boot durch die Wellen schaukelte. Respekt! Roman und Steffen warteten noch 45 min, bis wir die Insel erreichten. Wer nun alles mit an Bord war, war uns nicht ganz klar. Neben Ayu und ihrem süßen Sohn im Supermannkostüm, war noch eine Freundin von ihr dabei, aber warum einer der Mitarbeiter des Bürgermeisters mit im Boot saß und wer die anderen Männer waren, dass wissen nur die Einheimischen. Egal, alle waren herzlich und freundlich, die Insel und der Strand waren wunderschön und wir die einzigen Menschen weit und breit. Toll! Viel Zeit hatten wir allerdings nicht, denn das Sonnenlicht neigte sich langsam dem Ende. Nachdem wir Reis mit Fisch und scharfem Tomatensalat gegessen, Fotos geknipst und geschnorchelt hatten, schauten wir uns den Sonnenuntergang an und schipperten zurück. In einem kleinen Kahn auf dem Meer, millionen Sterne über uns, genossen wir sprachlos diese Fahrt und ließen diesen seltsam schönen Tag bei ein paar kühlen Bier ausklingen.
Neuer Tag, neues Glück, auf zum Tauchen! Das dachten wir solange bis am Mittag Ayu zu uns kam. Harry wusste scheinbar wieder nichts von unserem Tauchdate und war gerade mit seinen niederländischen Gästen auf dem Weg zur Fähre. Langsam wurden nicht nur wir, sondern auch Ayu sauer. Sie natürlich darum besorgt, dass wir vier einen schönen Aufenthalt auf Siau haben (der Tourismus steckt wirklich noch in den Kinderschuhen). Letztendlich saßen wir im Hauptort der Insel, aßen etwas und warteten auf Harry. Ayu hatte scheinbar ein paar Takte mit ihm geredet. Und was keiner von uns vieren glaubte, Harry kam wirklich! Wie am Tag zuvor, fuhren wir auf der Ladefläche eines Pickups über die Insel, diesmal mit Harrys Tross. Links und rechts der Straße hörten wir die Leute wieder "Hello Mister" oder "Hello Misses" rufen.
Unser Tauchgang entschädigte uns für die fast zwei tägige Wartezeit, auch wenn es nur einer werden sollte. Für den zweiten, fehlte schlicht weg die Zeit. Zu sehen bekamen wir die merkwürdigsten kleinsten Kreaturen, die die Unterwasserwelt zu bieten hat. Wir kannten weder die Namen der Kreaturen, noch wussten wir, dass es solche Lebewesen gibt. Zusammen mit der sensationellen Sichtweite von bestimmt 50 m und den Detonationen des Vulkanes, die wir Unterwasser super hören konnten, war es spektakulär. Dank Harry und seiner "super" Organisation, endete der Tauchtag, wie er begonnen hatte. Mit Warten! Bei Harry zu Hause gab es Kuchen und Tee, nicht weiter schlimm, aber wir waren doch leicht genervt, als wir endlich nach 2 h von Ayu abgeholt wurden. Jetzt nur noch schnell in den Supermarkt, um Getränke für unseren letzten Abend zu organisieren und schon saßen wir bei unseren Bungalows und läuteten den Abend bei einigen Bier und guter Musik ein. Doch als die Nacht einbrach, ging unsere "Abschiedsparty" erst richtig los. Auch Ayu, ihre Freunde und Angestellten waren am Feiern und gesellten sich zu später Stunde zu uns. Angelockt von unser Musik oder Lichterkette :-) tranken wir nun zusammen, erzählten und tanzten. Irgendwann war aber "Schlafenszeit", denn das ein oder andere Gebräu hatte bereits den Weg in unsere Köpfe gefunden. Außerdem mussten wir ja am nächsten Morgen gegen 12 Uhr unsere Fähre nach Manado bekommen. Gut, dass war nicht der Grund, weswegen Steffen einen polnischen gemacht hat, auf jeden Fall war es für alle Zeit ins Bett zu fallen. So war der nächste Morgen dann geprägt von Hektik und Katerstimmung. Der Abschied von Alina, Roman und der schönen Insel Siau nahte und mit leichtem Kater packten wir in aller Eile die Sachen. Leider klappte es auch nicht auf dem Rückweg, die Nachtfähre um 17 Uhr zu nehmen, denn sie fuhr zu einem kleinen Örtchen im Osten von Nordsulawesi. Es passte also alles zusammen. So wie der Trip begann, endete er. Mit Wehmut über das Ende dieser schönen Zeit mit Roman und Alina, bestiegen wir gerade noch rechtzeitig die Fähre, um am nächsten Tag den Flieger nach Luwuk zu nehmen. Flugtickets hatten wir noch keine, dass wollten wir in Manado erledigen. Das dies problematisch werden sollte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht...

 

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Michael Freitag, 18 November 2016 02:26 gepostet von Michael

    Freut mich, dass ich euch bei der Reiseplanung helfen konnte. Aber dass es auf Siau so drunter und drüber gegangen ist, hätte ich nicht gedacht.
    Vor einem Monat haben wir begonnen - unweit von Ayus Strand - ein Resort mit Tauchbasis zu bauen. Sind gerade schwer am Werkeln und hoffen Anfang 2018 zu eröffnen.

    Noch viel Spass auf euren Reisen und bleibt gesund!

    Michael
    http://www.mountainviewtomohon.com/de

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