Togian Islands - Ein Paradies auf Erden

by / Dienstag, 01 März 2016 / Schreiben Sie den ersten Kommentar! Publiziert in Indonesien
Auf den Togian IslandsNach so vielen Tagen ohne Strand wollten wir nun endlich wieder ans Meer. Unser Ziel: Die Togian Inseln. Mit einer Art Mitfahrgelegenheit, welche man uns als Bus verkauft hatte, fuhren wir mit zwei Einheimischen früh morgens in Tentena los. Sie sollten uns nach Poso bringen, damit wir dort den Bus nach Ampana nehmen konnten. Ampana ist der Ausgangspunkt für die Fähre in Richtung Togian Inseln. Aber auch in Poso stiegen wir in keinen Bus, sondern wieder in ein Auto, dass uns mit nach Ampana nahm. Wir waren zunächst skeptisch, aber der Fahrer "erklärte" uns auf indonesisch, dass wir zum Buspreis fuhren. Ganz stimmte das wohl nicht, aber für 6 Euro gönnten wir uns gerne den Luxus und erreichten schon am frühen Nachmittag unsere Unterkunft in Ampana.
Ein Hotel, direkt am Hafen, umgeben von gefühlt hundert Karaoke Bars und Moscheen, welche bis in die späte Nacht laute Geräusche von sich gaben. Am Abend setzten wir uns noch in ein Freiluftrestaurant, dachten wir zu mindestens. Dieses vermeidliche Restaurant verwandelte sich auf einmal in eine Karaoke Bar. Mit Musik, so laut und schlecht, dass Steffen den Sänger bat, die knisternden und viel zu lauten Boxen leiser zu stellen. Welche zudem genau neben uns standen. Auch das Essen war ein totaler Reinfall. Aber egal. Am nächsten Morgen besorgten wir uns noch ein paar Vorräte und Geld für unsere einsame Insel. Flott die Tickets gekauft und ab ging die "wilde" acht stündige Fährfahrt. Irgendwie fanden wir es in der Bunkerklasse ganz schön und authentisch. Wir hatten Matratzen und machten es uns neben den Einheimischen, Hühnern, Eiern und unendlich vielen anderen Waren gemütlich.
Die wunderschönen Togian Inseln bestehen aus einer Gruppe eng beieinander liegender Koralleninseln und sind zum Teil sehr dicht bewaldet. Wir entschieden uns für Bolilanga. Eine winzige Insel mit nur 12 Bungalows, einem Restaurant und einem fantastischem Hausriff rund um die ganze Insel. Wir bereuten die Entscheidung nicht. Nach nur 10 min Fahrt mit einem kleinem Boot vom winzigen Hafen, zogen wir in eine dieser Holzhütten ein. Einfach und rustikal, ein Bett mit Mückennetz, das reicht. Im Bad gab es keine Dusche, sondern das für Indonesien typische Mandi. Ein Becken mit kaltem Wasser und eine Schöpfkelle, mit der man sich mit dem kühlen Nass übergießt. Besser als jede schlechte Dusche! Auf der Veranda sitzend konnten wir den Ausblick auf den strahlend weißen, feinen Sandstrand und das Meer genießen. Das Wasser türkisfarben, oft spiegelglatt und badewannenwarm. Das Eiland war so schmal, dass wir vom Restaurant rechts sowie links aufs Meer blicken konnten, Vollpension inklusive. Gegessen wurde mit den anderen Gästen zusammen an großen familiären Tisch. Das Essen war sehr einfach, aber immer frisch und reichlich. Am dritten Abend hatten wir sogar das Glück, an einem Geburtstagessen teilnehmen zu dürfen. Ein Däne hatte Geburtstag und seine Freundin schenkte ihm eine Ziege. Alan, der Ressortleiter und seine Crew zauberten ein traumhaftes Barbecue direkt am Strand. Sie bauten eine riesen Tafel auf, zauberten sogar ein Dach aus Bananenblättern und grillten die Ziege direkt am weißen Sandstrand über einem Lagerfeuer. Was für ein Ereignis :-). Unfassbar war auch der Preis. Wir zahlten nur 13€ pro Person am Tag im Paradies.Schon bei unserer Ankunft kamen wir mit Catharina und Gregor aus München ins Gespräch. Wir waren uns sofort sympathisch. Jeden Abend saßen wir beim Abendessen zusammen und erzählten uns über Stunden Geschichten über das Reisen, das Leben und viele andere Abendteuer.
Natürlich hatten wir auch auf dieser einsamen Insel immer etwas zu tun. Am Tag nach unserer Ankunft ließen wir uns vom inseleigenen Boot zur Nachbarinsel bringen, da es dort eine Tauchschule gab. Alles klappte wunderbar. Zusammen mit Alina und Roman (beide aus der Schweiz, wobei Alina gebürtige Hamburgerin ist) traten wir unsere ersten beiden Tauchgänge in Indonesien an. Wir waren tatsächlich nur zu viert und hatten die Riffe komplett für uns alleine. Die beiden Tauchgänge waren sehr schön und zum ersten Mal auch je über eine Stunde. Endlich konnten wir mal unsere Luft verbrauchen. Fische und Korallen erstrahlten in dem lichtdurchfluteten Wasser in herrlichen Farben. Die Zahl der Farben und Formen schien grenzenlos. Rosafarbene Fächerkorallen wogen sich in der Strömung, daneben riesige Felder heller Steinkorallen. An einigen Stellen waren jedoch die verheerenden Spuren des Dynamitfischens zu sehen. Wir hörten auch eine Detonationen. Diese sind wohl seltener geworden. Doch der Grund ist traurig: es gibt meist schlichtweg nicht mehr genügend Fische an einem Ort, als dass sich der Einsatz des Sprengstoffes lohne. Nichtsdestotrotz waren es zwei fantastische Tauchgänge.
Wir vier verstanden uns auf Anhieb super und zurück an Land schmiedeten wir Pläne für die nächsten Tage. Am nächsten Tag ging es also zu dem in rund 30 Minuten entfernten See der Quallen. Die schlabberigen, faustgroßen Wasserwesen haben im trüben Gewässer des Sees keine natürlichen Feinde und können sich darin ungestört vermehren. Ständig stößt man beim Baden auf eine Qualle. Obwohl sie nicht giftig sind (und man sie daher problemlos anfassen kann) fühlten wir uns ein bisschen wie in einen Horrorfilm versetzt. Anschließend hielt unser Boot noch an einem paradiesischen Strand, menschenleer, ohne Müll, mit einem vorgelagerten riesigen Riff zum schnorcheln. Wie aus einem Südseereisekatalog! Wow!
Da wir vier unbedingt nochmal tauchen wollten und die anderen Tauchplätze nicht in der Nähe lagen, fuhren wir am nächsten Tag eine Stunde mit dem Speedboat zu der ca. 30 km entfernten Insel Una-Una, von wo aus es nur noch 12 km nach Norden bis zum Äquator waren. Gleich bei unserem ersten Tauchgang am Barracuda Point sahen wir eine gute Hundertschaft der fast halbmeterlangen Räuber. Andere Fischschulen, Korallen und Schwämme, Muränen und vieles mehr komplettierten den schönen Tauchgang. Auch der zweite Tauchgang war echt genial. Wir hatten jedoch bei beiden Tauchgängen ordentlich Strömung und bei unseren Aufstiegen über die 15 Höhenmeter bis zum Safety-Stopp entlang des Sandhangs ordentlich mit der Strömung zu kämpfen.
Tja, so vergingen unsere Tage auf den wunderschönen Togian Island wie im Flug. Aber wie immer war der Reiz etwas Neues zu entdecken größer und so ging es, diesmal zu viert, weiter Richtung Nordsulawesi.

 

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