Java mit dem Zug

by / Montag, 15 Februar 2016 / Schreiben Sie den ersten Kommentar! Publiziert in Indonesien
Java mit dem ZugUnseren Flug nach Jakarta hatten wir schon lange gebucht. Wohin uns aber unsere Reise in Indonesien führte, entschieden wir erst drei Wochen vorher. Steffens Kollege erzählte ihm, der beste Weg, um in kurzer Zeit tiefe Eindrücke von Indonesien zu gewinnen, führt einmal quer über Java. Gesagt, getan. In Jakarta fanden wir ein recht schönes Hotelzimmer in der Backpackerstraße. Viel los war hier aber nicht. Warum auch in der grauen, großen und lauten Stadt bleiben, wenn die Natur von Indonesien so viel zu bieten hat. Also machten wir uns direkt auf den Weg zum vier Kilometer entfernten Bahnhof, um uns Zugtickets für die Holzklasse nach Yogyakarta zu kaufen. In der Holzklasse spielt sich das wahre Leben ab und wir wollten mittendrin sein. Der Ticketverkauf erinnerte an unsere Bürgerämter in Berlin. Eine Wartemarke ziehen und warten, warten und nochmals warten. Nach einer Stunde entschieden wir uns aber gegen das Warten, denn in dieser kamen gerade acht Nummer dran und 80 waren noch vor uns. Wir versuchten unser Glück bei der Abfahrt am nächsten Morgen.
Schon in diesen ersten Stunden in Indonesien wurden wir so oft angesprochen, woher wir kommen, ob wir Indonesisch sprechen und wo wir hinwollen. "Hello Mister", " How are you", hörten wir an jeder Ecke. Wir spürten, dass werde tolle 30 Tage.
Am Abend verwandelte sich unsere langweilige Backpackerstraße in ein wahres Essensparadies. Wir konnten nicht anders und haben gleich zweimal zugeschlagen. Zuerst gab es eine sehr leckere Currynudelsuppe mit viel Gemüse und dazu ein Glas super süßen Eistee. Etwas später dann noch Wasserspinat, Gemüse in einer leckeren Soße und Hühnchen mit Curry. Wir waren glücklich.
Am nächsten Morgen standen wir sehr früh auf, um die 10 stündige Zugfahrt nach Yogyakarta anzutreten. Aber vorher hieß es: Happy Birthday to you! singen. Steffen ist 34 geworden. Nach der Geschenkübergabe (Schokowaffeln) und einem mündlichen Geschenk, fuhren wir zum Bahnhof. Tatsächlich haben wir auch ein Ticket bekommen. Überraschender Weise war der Zug nicht ausgebucht und es gab noch einige freie Plätze. Nach und nach verließen wir die Ausläufer der quirligen Hauptstadt und fuhren vorbei an Reisfeldern, kleinen Dörfern, Moscheen und Berglandschaften. Die Vulkankette war unser stetiger Begleiter. Fast durchgehend an der Strecke standen Häuser und Hütten. Wäsche wurde gewaschen, Kinder gebadet und so manche Zigarette geraucht, wenn der Zug vorbeibrauste. Die 10 Stunden Fahrt vergingen wie im Flug. Wir tranken Kaffee und Tee, aßen leckeres Nasi Goreng, machten es uns auf den recht gemütlichen Sitzen bequem und genossen einfach "nur" den Ausblick. In Yogyakarta angekommen kauften wir uns direkt das nächste Ticket für die Weiterfahrt am nächsten Morgen nach Surabaya, die zweit größte Stadt Indonesiens. Von hier aus wollten wir nach Makassar fliegen. Leider checkten wir nicht gerade in eine geburtstagswürdige Unterkunft ein, aber wenigstens die Dachterrasse des Hostels war toll. Wir gönnten uns drei vier Vodka Cola auf Eis und tranken auf Steffens Geburtstag. Begleitet wurde unsere kleine Geburtstagsrunde von lauten Stimmen und Gesang aus den umliegenden Moscheen, welche uns noch eine ganze Zeit begleiten sollten.
Und wieder ging es früh am Morgen los. Die Fahrt war genauso lange, aber auch genauso schön, aufregend, unterhaltend und lustig, wie die am Tag zuvor. In Surabaya ruhten wir uns in einem super großen Zimmer aus und buchten noch unseren Flug nach Makassar auf Sulawesi. Am nächsten Tag saßen wir also im Flieger nach Makassar, von wo aus unser "Indonesienabteuer" startete.

 

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